03 February 2026, 14:01

IG Metall Nord warnt vor fragiler Industrie – trotz stabiler Schlüsselbranchen wie Airbus

Ein Schiffbau mit Metallkonstruktionen, Laternen, Containern und Schiffen.

North's metal industry defies crises - situation is fragile - IG Metall Nord warnt vor fragiler Industrie – trotz stabiler Schlüsselbranchen wie Airbus

Norddeutschlands Metall- und Elektroindustrie steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen – trotz einzelner Wachstumsbereiche. Während Branchen wie Schiffbau, Luftfahrt und Medizintechnik weiterhin stabil bleiben, kämpfen andere Teile der Region mit Stellenabbau und Insolvenzen. Die neuesten Zahlen der IG Metall, der größten Industriegewerkschaft des Landes, zeichnen für das Jahr 2025 ein gemischtes Bild.

Wie die Küstenregion der Gewerkschaft berichtete, sank die Mitgliederzahl um 3,2 Prozent auf 171.735 bis Ende 2025 – der erste Rückgang seit Jahren. Hauptgründe sind Arbeitsplatzverluste und eine alternde Belegschaft. Dennoch traten fast 9.000 neue Mitglieder in Bremen, Hamburg und anderen norddeutschen Regionen bei, was auf lokale Widerstandsfähigkeit hindeutet.

Caspar David Friedrich, Vorsitzender der IG Metall Nord, warnte, die industrielle Basis der Region bleibe "sehr fragil". Gleichzeitig kritisierte er aktuelle Debatten über Kürzungen im Sozialsystem und Lohnsenkungen. Solche Maßnahmen könnten die Instabilität noch verschärfen, so Friedrich. Zugleich stellt die Gewerkschaft fest, dass es keine Anzeichen für einen Einfluss rechtsextremer Scheingewerkschaften in den Betrieben der Region gibt, in denen rund 300.000 Beschäftigte arbeiten.

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Mit den anstehenden Betriebsratswahlen im März und April betont die IG Metall deren Bedeutung für die Aufrechterhaltung der betrieblichen Mitbestimmung. Bundesweit vertritt die Gewerkschaft zwar noch etwa 3,6 Millionen Mitglieder, doch die regionalen Verschiebungen zeigen anhaltenden Druck.

Der Mitgliederschwund spiegelt die größeren wirtschaftlichen Belastungen im norddeutschen Industriesektor wider. Zwar laufen Schlüsselbranchen wie Airbus und der Schiffbau weiterhin gut, doch Stellenabbau und demografische Veränderungen bergen langfristige Risiken. Die bevorstehenden Betriebsratswahlen werden zeigen, wie die Belegschaften auf diese Herausforderungen reagieren.