Hessen fördert Erinnerungskultur mit 150.000 Euro für den Bund der Vertriebenen
Henry SeidelHessen fördert Erinnerungskultur mit 150.000 Euro für den Bund der Vertriebenen
Das Land Hessen hat dem Bund der Vertriebenen (BdV) 150.000 Euro zur Unterstützung seiner Arbeit bei der Bewahrung des historischen Gedächtnisses bewilligt. Innenminister Roman Poseck überreichte den Förderbescheid im Haus der Heimat in Wiesbaden und unterstrich damit das Engagement für Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Rose-Lore Scholz, stellvertretende Landesvorsitzende der Organisation, nahm die Mittel als Zeichen des Vertrauens in die Mission des Verbandes entgegen.
Der Bund der Vertriebenen in Hessen vertritt Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Dokumentation von Flucht, Vertreibung und dem Neuanfang in der Fremde sowie die Förderung demokratischer Werte und kultureller Traditionen durch lokale Treffen und öffentliche Dialoge.
Der Landesverband, bekannt als BdV-Landesverband Hessen, organisiert in mindestens zehn Städten regionale Gruppen unter dem Namen Gmoin, darunter in Bischofsheim, Braunfels und Limburg. Bei der Frühjahrstagung 2025 in Limburg-Linter nahmen 26 stimmberechtigte Mitglieder teil; weitere Zusammenkünfte sind für 2026 in Offenbach geplant. Ein Teil der neuen Fördergelder fließt in die gemeinsame Landesgeschäftsstelle, um die Koordination der Aktivitäten und die Unterstützung der Ortsverbände zu stärken.
Minister Poseck bezeichnete die Förderung als Ausdruck von Verantwortung, der sicherstelle, dass Erinnerung mehr als nur Worte bleibe. Die Mittel sollen Institutionen stärken, langfristige Projekte absichern und durch konkrete Maßnahmen die gesellschaftliche Stabilität festigen.
Mit den 150.000 Euro kann der Bund der Vertriebenen seine Arbeit fortsetzen – von der Archivierung persönlicher Schicksale bis zur Ausrichtung kultureller Veranstaltungen. Durch die Förderung sowohl der zentralen Verwaltung als auch der regionalen Gruppen will die hessische Landesregierung das kollektive Gedächtnis für kommende Generationen bewahren. Die Organisation bleibt damit eine wichtige Instanz für den Dialog und das demokratische Engagement im Land.






