Henrietta, das Huhn, eroberte den Münchner Hauptbahnhof – und die Herzen der Polizei
Lina FuchsHenrietta, das Huhn, eroberte den Münchner Hauptbahnhof – und die Herzen der Polizei
Ein ausgebüxtes Huhn namens Henrietta sorgte vergangene Woche für eine ungewöhnliche Szene am Münchner Hauptbahnhof. Die entlaufene Henne wurde am Freitagabend zwischen den Gleisen entdeckt und von der Polizei vorläufig in Obhut genommen. Ihr Weg von einem ruhigen Zuhause zum belebten München begann mit einer Vorliebe für offene Lieferwagen.
Henriettas Abenteuer nahm seinen Lauf, als sie sich unbemerkt in ein unbeaufsichtigtes Lieferfahrzeug in der Nähe ihres Heims schlich. Als man sie entdeckte, war sie bereits am Münchner Hauptbahnhof angekommen, wo Bahnmitarbeiter sie zwischen den Schienen erspähten. Die Polizei griff umgehend ein, fing das Huhn ein und versorgte es mit Haferflocken, während über das weitere Vorgehen entschieden wurde.
Nach drei Tagen in polizeilicher Obhut wurde Henrietta an den Vogelnotdienst Olching, einen örtlichen Vogelschutzverein, übergeben. Dort übernahm der Leiter Gerhard Wendl ihre Betreuung. Es gelang ihm, die Besitzerin ausfindig zu machen – eine junge Frau, die Hühner als Hobby hält. Bei der Wiedersehensfreude warnte die Besitzerin andere vor Henriettas Neigung, durch offene Türen und in Fahrzeuge zu hüpfen.
Über den Vorfall gab es weder öffentliche Meldungen noch Social-Media-Beiträge in den Münchner Lokalnachrichten. Bis Februar 2026 blieb Henriettas kurzer Ruhm außerhalb der Aufzeichnungen des Vogelnotdienstes undokumentiert.
Dank des Einsatzes von Polizei und Vogelschützern endete Henriettas unfreiwillige Reise glücklich. Ihre Besitzerin passt nun besser auf offene Türen und Lieferwagen auf. Der Vorfall zeigte einmal mehr, wie schnell ein neugieriges Huhn weit von zu Hause wegkommen kann.
