Hamburgs Schulinspektionen ohne Elternfeedback – Kritik wächst laut
Hamburgs Schulbehörde bereitet die nächste Runde der Schulinspektionen vor – doch diesmal werden Eltern nicht um Feedback gebeten. Die Entscheidung stellt einen Bruch mit früheren Verfahren dar, bei denen die Meinungen der Eltern in die Bewertungen einflossen. Kritiker, darunter der Landeselternrat, haben bereits scharfen Widerspruch angemeldet.
Bisher hatte das Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) im Rahmen der Inspektionen auch die Einschätzungen von Eltern zur Schulqualität eingeholt. Im vierten Durchlauf sollen nun jedoch nur noch Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Schulleitungen befragt werden. Claudia Pittelkow, Sprecherin der Behörde, begründete dies damit, dass die Rücklaufquote bei Elternbefragungen stets deutlich unter dem angestrebten Ziel von 50 Prozent gelegen habe – im Schnitt beteiligten sich lediglich 30 Prozent.
Der Landeselternrat reagierte prompt: Am 24. März verabschiedete er eine Resolution, in der die gleichberechtigte Einbindung von Eltern in den Inspektionsprozess gefordert wird. Die Vorsitzende Simone Kohl bezeichnete den Ausschluss der Eltern als „inakzeptabel“.
Auch aus der Opposition kommt Kritik. Die bildungspolitischen Sprecherinnen Sabine Ritter und Birgit Stöver bewerteten den Schritt als „Rückschritt“. Unterdessen erprobt die Schulbehörde neue Feedback-Methoden, darunter werkstattartige Diskussionen sowie einen Fragebogen in 13 Sprachen für interne Evaluierungen.
Durch den Verzicht auf Elternbefragungen stützt sich der kommende Inspektionszyklus ausschließlich auf die Rückmeldungen von Schülerinnen, Schülern und Schulpersonal. Die Behörde rechtfertigt die Änderung mit der geringen Beteiligung in den Vorjahren. Derweil setzen sich der Landeselternrat und oppositionelle Politiker weiterhin für eine Rücknahme der Entscheidung ein.







