Hamburgs Schilleroper: Verfall, Machtkampf und der letzte Rettungsversuch
Emma KrügerHamburgs Schilleroper: Verfall, Machtkampf und der letzte Rettungsversuch
Hamburgs Schilleroper in St. Pauli: Ein verfallenes Juwel zwischen Streit und Rettungsversuchen
Die Schilleroper in Hamburgs Stadtteil St. Pauli, einst ein lebendiges Theater in Form eines Zirkuszeltes, steht heute verlassen und dem Verfall preisgegeben. Seit 2012 unter Denkmalschutz, ist ihre Zukunft jedoch ungewiss – denn seit Jahren streiten sich die Stadt und der Eigentümer über das weitere Schicksal des Gebäudes.
2014 erwarb der aktuelle Besitzer die Schilleroper samt Grundstück für 6,3 Millionen Euro. Seine Pläne sahen Seniorenwohnungen, Läden und Gemeinschaftsräume vor. Doch bis 2020 hatte er das Gebäude bis auf das Stahlskelett abgetragen und in eine Ruine verwandelt.
Seit dem Kauf liegt die Stadt mit dem Eigentümer im Clinchen. Am 29. Mai 2023 beantragte dieser zwar eine Baugenehmigung für Schutzmaßnahmen – doch es folgte keine Umsetzung. Die Hamburger Denkmalschutzbehörde warnte seitdem vor einer Enteignung und betonte, zunächst müssten alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.
Nun will die Stadt selbst aktiv werden: Durch eine Ersatzvornahme soll sie die dringenden Sicherungsarbeiten in Auftrag geben und die Kosten dem Eigentümer in Rechnung stellen. Unterdessen hat die Linke einen neuen Plan vorgelegt, um die Schilleroper zu restaurieren und wieder in öffentliche Hand zu überführen. Marco Hosemann, denkmalschutzpolitischer Sprecher der Partei, wirft dem Eigentümer vor, es von Anfang an auf Abriss und finanzielle Gewinne abgesehen zu haben.
Zuletzt diente die Schilleroper 2006 als Nachtclub. Seither steht sie leer und verfällt zusehends. Die Intervention der Stadt könnte nun entscheiden, ob dieses historische Gebäude gerettet wird – oder für immer verschwindet.
