Hamburgs radikaler Plan: Kohleausstieg bis 2030 und klimaneutral in zehn Jahren
Lina FuchsDer Stand der Energiewende in Hamburg - Hamburgs radikaler Plan: Kohleausstieg bis 2030 und klimaneutral in zehn Jahren
Hamburg hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt: Bis 2030 soll der Kohleausstieg gelingen, bis 2040 will die Stadt klimaneutral sein. Innerhalb der nächsten sechs Jahre sollen die CO₂-Emissionen um 70 Prozent sinken – bezogen auf das Basisjahr 1990. Umfassende Investitionen und die Stilllegung von Kraftwerken sollen diesen Wandel vorantreiben.
Die beiden letzten Kohlekraftwerke der Stadt, Tiefstack und Wedel, werden schrittweise vom Netz gehen. Das Kraftwerk Wedel soll bis Ende 2026 abgeschaltet werden, während Tiefstack bis 2030 keine Kohle mehr verbrennen und anschließend auf Gas umstellen wird. Beide Standorte sollen später zu Energieparks umgewandelt werden – die Umrüstung des Hafens ist für 2026 geplant, die von Tiefstack für 2030.
Trotz der Pläne bleibt Hamburgs Abhängigkeit von fossilen Energieträgern hoch: Anfang 2025 stammten noch über zwei Drittel des Stroms aus Kohle und Gas. Der Kohleanteil lag bei 41,2 Prozent, Gas deckte 26,1 Prozent ab. Erneuerbare Energien wie Windkraft an Land (10,9 Prozent) und Solarenergie (7,7 Prozent) spielten dagegen eine deutlich kleinere Rolle.
Um die Klimaziele zu erreichen, muss die Stadt auch bis 2040 vollständig aus der Gasnutzung aussteigen. Die Hamburger Energiewerke werden bis 2028 rund 2,85 Milliarden Euro in die Wärmewende investieren, davon 724,4 Millionen Euro allein in den Energiepark Hafen. Der beschleunigte Fahrplan folgt einem Bürgerentscheid, der Hamburgs Klimaneutralitätsziel um fünf Jahre vorverlegt hat.
Der Ausstieg aus Kohle und Gas wird die Energieversorgung Hamburgs in den kommenden zwei Jahrzehnten grundlegend verändern. Während Kohlekraftwerke schließen und erneuerbare Energien ausgebaut werden, will die Stadt ihre Emissionen drastisch senken und alte Kraftwerksstandorte zu grünen Energiezentren umgestalten. Der Erfolg hängt davon ab, ob die geplanten Investitionen umgesetzt werden und die Abkehr von importierten fossilen Brennstoffen gelingt.
