Hamburgs neuer Anlauf für Olympia: Volksabstimmung entscheidet über Rülkes umstrittene Pläne
Moritz HartmannHamburgs neuer Anlauf für Olympia: Volksabstimmung entscheidet über Rülkes umstrittene Pläne
Steffen Rülke führt Hamburgs erneuten Vorstoß zur Austragung der Olympischen Spiele an – am 31. Mai soll eine Volksabstimmung darüber entscheiden. Die mit 18 Millionen Euro finanzierte Kampagne will die Fehler von 2015 vermeiden, als die Bürger den damaligen Bewerbungsversuch der Stadt ablehnten. Rülke sieht sich nun mit Widerstand der Initiative NoOlympia konfrontiert, die seinem Team vorwirft, öffentliche Konsultationen als Verkaufsstrategie zu missbrauchen.
Rülke, ehemaliger Stabschef von Berlins Wolfgang Schmidt, bringt Erfahrung aus seiner Zeit als Leiter der Sportpolitik im Bundesinnenministerium mit. Seine Strategie zielt darauf ab, Begeisterung zu wecken, ohne unrealistische Versprechen zu machen. Die geplanten Spiele in Hamburg bezeichnet er als klimapositiv – eine Aussage, die Kritiker umgehend in Frage stellen.
Auf die Frage, ob die Stadt bereits vom Olympia-Fieber erfasst sei, ging Rülke ausweichend ein. Stattdessen rief er die Bürger auf, sich ehrenamtlich für die Kampagne zu engagieren. Geschickt umschiffte er dabei lokale Fußballrivalitäten und bekundete seine Unterstützung sowohl für den Hamburger SV als auch für den FC St. Pauli. Die NoOlympia-Gruppe bleibt skeptisch: Sie bezeichnet Rülkes Bemühungen um Bürgerbeteiligung als bloße Marktforschung für das Bewerbungsteam. Ihre Kampagne wirbt weiterhin für ein Nein bei der Abstimmung, auch wenn keine konkrete Organisation oder führende Persönlichkeit öffentlich als Anführer der Opposition benannt wurde.
Die Volksabstimmung am 31. Mai wird entscheiden, ob Hamburg seine olympischen Ambitionen weiterverfolgt. Während Rülkes Team zwischen Optimismus und Realismus laviert, argumentieren Gegner, dass es dem Vorhaben an echter öffentlicher Unterstützung fehlt. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Stadt voranschreitet – oder ihre Pläne zum zweiten Mal begraben muss.
