Hamburgs Asyl-Rückführungen scheitern oft – trotz neuer Dublin-Zentren und Fortschritten
Emma KrügerDublin-Übergaben von Hamburg erfolgreicher - Hamburgs Asyl-Rückführungen scheitern oft – trotz neuer Dublin-Zentren und Fortschritten
Hamburg News: Deutschlands Asylüberstellungssystem stand 2025 vor großen Herausforderungen: Nur ein Bruchteil der Anträge führte tatsächlich zu Rückführungen. Bundesweit wurden lediglich 14,9 Prozent der Überstellungsersuchen erfolgreich umgesetzt. In Hamburg spiegelte sich dieser Trend wider, wenn auch mit einer spürbar besseren Bilanz als im Bundesschnitt.
Nach der Dublin-III-Verordnung können Asylsuchende innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Ankunft in den für ihren Fall zuständigen EU-Staat zurückgeschickt werden. Die Hamburger Behörden stellten 2023 insgesamt 1.043 Überstellungsanträge, von denen 656 von anderen Mitgliedstaaten bewilligt wurden. Doch nur 312 Personen wurden am Ende tatsächlich überstellt – eine Erfolgsquote von unter 30 Prozent.
Das Dublin-Zentrum im Stadtteil Rahlstedt, eine spezialisierte Einrichtung zur Beschleunigung der Verfahren, nahm 2023 seinen Betrieb auf. Dort wurden 201 alleinstehende erwachsene Männer untergebracht, die als nicht schutzbedürftig eingestuft wurden. Trotz dieser Fokussierung verschwanden 81 Bewohner im Laufe des Jahres spurlos aus der Einrichtung.
Hamburgs Rückführungsquote lag damit zwar doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt – wo nur 5.377 von 35.942 Anträgen zu Überstellungen führten. Doch der Senat räumte ein, dass trotz erster Fortschritte in der Arbeit des Zentrums noch mehr Zeit für eine abschließende Bewertung nötig sei.
Kritiker, darunter die AfD-Fraktion, verweisen auf die hohe Zahl der untergetauchten Asylsuchenden vor der geplanten Überstellung. Sie argumentieren, dass die Zentren ohne eine bessere Umsetzung der Regelungen eher symbolischen Charakter hätten als tatsächlich wirksam zu sein.
Die Zahlen offenbaren eine anhaltende Kluft zwischen Überstellungsanträgen und deren Vollzug in ganz Deutschland. Hamburgs relative Erfolge können die grundsätzlichen Ineffizienzen des Systems kaum ausgleichen. Angesichts der vielen Asylsuchenden, die vor der Überstellung untertauchen, bleibt die Durchsetzung der Dublin-Verordnung für die Behörden eine fortwährende Herausforderung.
