Hamburger Feuerwehr erhöht Notarztkosten um fast neun Prozent – Krankenkassen protestieren

Admin User
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Ein Rettungswagen steht auf der linken Seite einer Straße, während auf der rechten Seite ein Zelt viele Menschen schützt, mit einem Tisch und einem Stuhl in der Nähe.

Hamburg verteidigt höhere Notdienstgebühren - Hamburger Feuerwehr erhöht Notarztkosten um fast neun Prozent – Krankenkassen protestieren

Die Hamburger Feuerwehr hat die Kosten für Notarzteinsätze auf 750,37 Euro erhöht – ein Anstieg um fast neun Prozent gegenüber den 685,56 Euro im Vorjahr. Die Erhöhung, die seit dem 1. Januar 2023 gilt, stößt bei den Krankenkassen auf scharfe Kritik. Diese bezeichnen den Preissprung als überzogen, insbesondere vor dem Hintergrund allgemein steigender Ausgaben im Rettungsdienst. In den vergangenen zehn Jahren sind die Kosten für Notfalldienste in Deutschland drastisch gestiegen – um 87 Prozent, wie Daten der Feuerwehren zeigen, oder sogar um 93 Prozent, laut Angaben des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Hauptgründe für den Anstieg sind die höhere Anzahl an Einsätzen und längere Anfahrtszeiten. Allein in Hamburg gab es 2024 fast 220.000 Notfälle. Viele Rettungswagen schafften es dabei nicht, die angestrebte Reaktionzeit von acht Minuten einzuhalten. Die Feuerwehr begründet die aktuelle Gebührenerhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten, notwendigen Infrastrukturmodernisierungen und dem Ausbau der Notfallsanitäter-Ausbildung. Um die Ausgaben zu senken, wurden spezielle Fahrzeuge für nicht dringende Transporte eingeführt, und die Digitalisierung wird vorangetrieben. Der vdek schlägt vor, die Notrufnummern 112 und 116117 in einem einheitlichen System zusammenzufassen. Zudem setzt er sich für ein digitales Triage-Verfahren ein, um unnötige Rettungswageneinsätze zu reduzieren. Bisher gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass die Bundesländer eine einheitliche Lösung für die Finanzierung der Notfallkosten über zusätzliche Krankenkassenbeiträge gefunden hätten. Verhandlungen über Gebühren und Finanzierung finden weitgehend auf Bundesebene statt, während die Länder nur fallweise und unregelmäßig einbezogen werden. Die aktuelle Anpassung der Gebühren in Hamburg spiegelt die wachsenden finanziellen Belastungen im Rettungsdienst wider. Angesichts steigender Kosten und zunehmender Engpässe bei den Reaktionzeiten suchen sowohl Anbieter als auch Krankenkassen nach neuen Wegen, die Nachfrage zu steuern. Die Diskussion über Finanzierung und Effizienz wird voraussichtlich weitergehen – insbesondere, da die Einsatzzahlen weiter zunehmen.