Gorleben bleibt bis 2054: Warum das Atommüll-Zwischenlager länger läuft als geplant
Lina FuchsGorleben bleibt bis 2054: Warum das Atommüll-Zwischenlager länger läuft als geplant
Atomanlagen-Zwischenlager Gorleben bleibt weitere 20 Jahre in Betrieb
Die deutsche Atommüll-Zwischenlagerstätte Gorleben wird vorerst weitere 20 Jahre genutzt. Die aktuelle Genehmigung sollte ursprünglich 2034 nach vier Jahrzehnten Betrieb auslaufen. Mit der Verlängerung soll sichergestellt werden, dass die regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen fortgeführt werden können, während weiterhin nach einem Endlager gesucht wird.
Die Anlage wurde zwischen 1982 und 1983 errichtet und verfügt über dünnere Wände und Decken als moderne Zwischenlager. Derzeit lagern dort 113 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, darunter abgebrannte Brennelemente und Wiederaufarbeitungsrückstände.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) befürwortet die Verlängerung und argumentiert, diese garantiere die fortlaufende Überprüfung der Sicherheit. Ein Sprecher der BGE, Tristan Zielinski, bestätigte, dass die Entscheidung den aktuellen Sicherheitserfordernissen entspreche. Allerdings hat sich die Suche nach einem Endlager bereits über das gesetzlich vorgesehene Zieljahr 2031 hinaus verzögert.
Die Aufsicht über das Genehmigungsverfahren obliegt dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Die Umweltinitiative BI Lüneburg-Dannenberg kritisiert die Verlängerung scharf und verweist auf Bedenken hinsichtlich der Langzeitlagerungsrisiken und unzureichender Sicherheitsvorkehrungen.
Durch die Verlängerung bleibt Gorleben nun mindestens bis 2054 in Betrieb. Die Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit von Übergangslösungen, solange die Suche nach einem Endlager andauert. Die Aufsichtsbehörden werden während der verlängerten Betriebsdauer die Einhaltung der Sicherheitsstandards überwachen.
