Gil Ofarim gesteht Lüge: Antisemitismus-Vorwurf gegen Hotelmitarbeiter war erfunden
Henry SeidelGil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim gesteht Lüge: Antisemitismus-Vorwurf gegen Hotelmitarbeiter war erfunden
Im Oktober 2021 warf der Musiker Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels antisemitisches Verhalten vor. Er behauptete, der Angestellte habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Die Vorwürfe lösten öffentliche Empörung und juristische Auseinandersetzungen aus, die sich über mehr als zwei Jahre hinzogen.
Nun hat Ofarim nach einem Geständnis vor Gericht eingeräumt, den gesamten Vorfall erfunden zu haben.
Der Streit begann, als Ofarim im Oktober 2021 ein Video online stellte, in dem er einem Mitarbeiter des Leipziger Westin Hotels vorwarf, antisemitische Bemerkungen gemacht und ihn aufgefordert zu haben, seinen Davidstern abzulegen. Das Hotel setzte den beschuldigten Angestellten zunächst aus, äußerte sich öffentlich jedoch nicht zu den Vorwürfen.
Überwachungsaufnahmen zeigten später, dass Ofarim das Hotel ohne die Kette betreten hatte – ein Widerspruch zu seinen Aussagen. Dennoch bestand er darauf, die Aufnahme sei manipuliert worden. Er argumentierte, es fehlten Sekunden im Video, und eine Zeugin könne bestätigen, dass er die Kette getragen habe.
Der Hotelmitarbeiter reichte daraufhin Klage ein und verklagte Ofarim wegen Verleumdung. Im November 2023 gestand der Musiker vor Gericht, den Vorfall erfunden zu haben. Er willigte ein, 10.000 Euro als Entschädigung zu zahlen, während der Angestellte zusätzlich 40.000 Euro Schadensersatz erhielt.
Ofarims Anwalt, Dr. Alexander Stevens, nannte die Situation "kaum zu überbieten in ihrer Heuchelei". Der Musiker berief sich später auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, um den Fall nicht weiter zu kommentieren. Der Anwalt des Mitarbeiters stellte jedoch klar, dass es eine solche Vereinbarung nie gegeben habe – lediglich eine Unterlassungserklärung sei ergangen.
Der Fall ist nun mit Ofarims Eingeständnis der falschen Anschuldigungen abgeschlossen. Der zunächst suspendierte Hotelmitarbeiter wurde rechtlich rehabilitiert und entschädigt. Der Vorfall unterstreicht die Folgen falscher Behauptungen und die Bedeutung überprüfbarer Beweise in rechtlichen Auseinandersetzungen.
