27 March 2026, 10:01

Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Warum Zweier-Teams weiterhin umstritten bleiben

Altes Buch mit dem Titel "Reglamento de Conductor" und einer Zugillustration auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Warum Zweier-Teams weiterhin umstritten bleiben

Forderungen nach besserem Schutz für Bahnmitarbeiter werden lauter

Seit ein Zugbegleiter im Februar bei einem tödlichen Angriff getötet wurde, mehren sich die Rufe nach mehr Schutz für Eisenbahnmitarbeiter. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) setzt sich nun dafür ein, dass Zugbegleiter künftig nur noch im Team arbeiten – mit der Begründung, dass allein arbeitendes Personal unzumutbaren Risiken ausgesetzt sei. Gleichzeitig laufen weiterhin Diskussionen über die Verbesserung der Sicherheit an Bahnhöfen, da Übergriffe auf Verkehrsmitarbeiter ein anhaltendes Problem bleiben.

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter zu Beginn dieses Jahres löste dringende Forderungen nach Veränderungen aus. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Verkehrsminister scharf, nachdem diese eine bundesweite Regelung für Zweier-Teams abgelehnt hatten. Er warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter im Frontdienst ohne strengere Maßnahmen weiter zunehmen werde.

Die Deutsche Bahn hat bereits Schritte unternommen, um die Sicherheit zu erhöhen: Körperkameras für Servicekräfte wurden eingeführt, und die Kontrollen von Ausweispapieren bei Fahrkartenprüfungen wurden ausgesetzt. Die Verkehrsministerkonferenz wies jedoch darauf hin, dass diese Maßnahmen mit erheblichen Zusatzkosten verbunden sind.

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Offizielle Statistiken zeigen, dass die Zahl der Angriffe auf Bahnmitarbeiter weiterhin hoch bleibt. Im Jahr 2023 wurden 3.144 Vorfälle registriert, 2024 stieg die Zahl auf 3.324. Vorläufige Daten für 2025 deuten darauf hin, dass die Zahl über 3.000 liegt. Seit dem tödlichen Angriff im Februar liegt keine bundesweit genaue Gesamtzahl mehr vor.

Statt einer einheitlichen Lösung setzen die Verkehrsminister auf regionale Ansätze, die es ermöglichen, den Personaleinsatz je nach lokalem Bedarf anzupassen. Zwar begrüßten sie die Sicherheitsverbesserungen der Deutschen Bahn, lehnten aber verbindliche Zweier-Teams ab. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder plant, die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen bis Ende April zu bewerten.

Die Debatte über die Sicherheit von Bahnmitarbeitern geht weiter, wobei Gewerkschaften und Verantwortliche uneins über die beste Lösung sind. Zwar wurden die neuen Sicherheitsvorkehrungen der Deutschen Bahn anerkannt, doch die Ablehnung verpflichtender Zweier-Teams lässt viele besorgt über die anhaltenden Risiken zurück. Eine Überprüfung der aktuellen Maßnahmen steht bevor und könnte die nächsten Schritte zur Bewältigung des Problems bestimmen.

Quelle