Evonik erhöht Methionin-Preise und setzt auf PFAS-freie Graffiti-Beschichtung
Henry SeidelEvonik erhöht Methionin-Preise und setzt auf PFAS-freie Graffiti-Beschichtung
Evonik erhöht Preise für wichtiges Futtermittel und bringt umweltfreundliche Beschichtungslösung auf den Markt
Der Chemiekonzern Evonik hat die Preise für sein zentrales Tierfutterprodukt angehoben und gleichzeitig eine neue, ökologische Beschichtungslösung vorgestellt. Das Unternehmen kündigte eine globale Preiserhöhung von 10 Prozent für Methionin an, das unter dem Markennamen MetAMINO® vertrieben wird – eine Reaktion auf monatelange Lieferengpässe und steigende Nachfrage. Parallel dazu führte Evonik eine PFAS-freie Anti-Graffiti-Beschichtung ein, mit der es auf verschärfte Umweltvorschriften in Europa und Nordamerika reagiert.
Anleger haben die Entwicklungen registriert: Die Investmentbank Goldman Sachs veröffentlichte eine Aktualisierung der Stimmrechte, die auf anhaltendes institutionelles Interesse am Unternehmen hindeutet. Die Finanzzahlen für das erste Quartal, die am 8. Mai 2026 erwartet werden, werden zeigen, wie sich diese Maßnahmen auf die Erträge und die langfristigen Rentabilitätsziele auswirken.
Die Preiserhöhung für Methionin folgt auf ein Jahr kontinuierlichen Nachfragewachstums. Zwischen Anfang 2025 und März 2026 stieg der globale Verbrauch der Aminosäure in Tierfutter laut Berichten von Adisseo und Evonik um 3 bis 5 Prozent. Asien trieb den Anstieg voran, getrieben von der Ausweitung der Viehzucht, während Europa und Nordamerika eine stabile Nachfrage verzeichneten.
Lieferstörungen im Nahen Osten hatten die Methioninpreise bereits vor der offiziellen Ankündigung von Evonik in die Höhe getrieben. Die Aktie des Unternehmens kletterte, da Händler mit einer weiteren Verknappung des Marktes rechneten. Da sich die Energiepreise nun stabilisieren, dürfte die Preisanpassung die EBITDA-Margen in der Tierfuttersparte von Evonik steigern.
Über Futtermittelzusätze hinaus hat Evonik sein Sortiment an Spezialchemikalien um eine PFAS-freie Anti-Graffiti-Beschichtung erweitert. Das Produkt kommt zu einem Zeitpunkt auf den Markt, an dem Behörden in Europa und Nordamerika die Regulierung von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) verschärfen. Dieser Schritt passt zur Strategie des Unternehmens, Umweltstandards zu erfüllen und gleichzeitig sein Portfolio zu diversifizieren.
Finanziell hat Evonik für das Jahr 2025 eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie festgesetzt. Ab 2026 sollen die Ausschüttungen 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses betragen – eine Erhöhung gegenüber den bisherigen Werten. Das Unternehmen bestätigte zudem seine EBITDA-Prognose für 2026 in Höhe von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro, obwohl die Kapitalrendite (ROCE) 2025 mit 6,1 Prozent deutlich unter dem mittelfristigen Ziel von 11 Prozent blieb. Die Schließung dieser Lücke hat nun Priorität; der anstehende Quartalsbericht soll Fortschritte aufzeigen.
Die Preiserhöhung für Methionin und die neue Anti-Graffiti-Lösung positionieren Evonik, um sowohl die Marktnachfrage als auch regulatorische Anforderungen zu bedienen. Stabile Energiepreise und höhere Margen im Tierfutterbereich könnten die Erträge verbessern, während die angepasste Dividendenpolitik Vertrauen in die zukünftige Cashflow-Entwicklung signalisiert.
Die Ergebnisse des ersten Quartals am 8. Mai werden zeigen, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Kapitalrendite näher an die 11-Prozent-Marke heranzuführen. Anleger und Aufsichtsbehörden werden genau beobachten, wie das Unternehmen Wachstum und Nachhaltigkeitsziele in Einklang bringt.






