EU plant digitale Identitätsbörse – Start für 2027 mit Datenschutz-Debatten
Moritz HartmannEU plant digitale Identitätsbörse – Start für 2027 mit Datenschutz-Debatten
Die EU entwickelt eine neue digitale Identitätsbörse, um die Identitätsprüfung für Bürger, Einwohner und Unternehmen zu vereinfachen. Das System soll einen sicheren Zugang zu digitalen Dienstleistungen in ganz Europa ermöglichen. Der Start ist für Januar 2027 geplant, wobei alle Mitgliedstaaten eine standardisierte Version einführen werden.
Die digitale Börse baut auf dem bestehenden elektronischen Identitätssystem Deutschlands auf. Sie wird lokale, regionale und bundesweite Behörden integrieren, um Verifizierungsprozesse zu beschleunigen. Nutzer können Dokumente digital verwalten und ihre Identität sowohl online als auch offline bestätigen – dabei behalten sie die volle Kontrolle über ihre persönlichen Daten.
Eine im April von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgestellte Altersverifikations-App wurde kurz nach der Präsentation von IT-Sicherheitsexperten gehackt. Diese App soll später mit der digitalen Identitätsbörse verknüpft werden und könnte den Zugang zu Erwachsenen-Websites einschränken. Die Nutzung der Börse selbst soll zunächst freiwillig sein, doch mit dem Rückgang der Bargeldnutzung und der Ausweitung digitaler Zahlungssysteme könnte ihre Verbreitung zunehmen.
Datenschützer warnen jedoch, dass das System Massenüberwachung ermöglichen könnte – trotz Zusagen zu voller Datenhoheit und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Parallel treibt die EU weitere Vorhaben wie Chatkontrolle und clientseitiges Scannen voran, die Kritiker als Schwächung der Verschlüsselung und als Türöffner für die freiwillige Überwachung von Kommunikation durch Tech-Konzerne sehen.
Die EU-Digitalidentität soll 2027 eingeführt werden und eine einheitliche Methode für Identitätsprüfungen und Dokumentenmanagement im gesamten Bündnis bieten. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich Sicherheitslücken und des Risikos einer ausgeweiteten Überwachung bestehen.






