07 February 2026, 16:08

"Es reicht!" – Tausende fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärfere Mieterschutzgesetze

Eine Gruppe von Menschen marschiert eine Straße entlang und hält ein rotes Banner mit der Aufschrift 'Corona-Krise/Kapitalismus', mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden und Bäumen im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Mondpreise, Existenzkrise - Tausende bei Mietprotest - "Es reicht!" – Tausende fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärfere Mieterschutzgesetze

Tausende Demonstranten gingen am Wochenende in München auf die Straße, um strengere Mieterschutzbestimmungen und bezahlbaren Wohnraum zu fordern. Die unter dem Motto "Es reicht!" abgehaltene Kundgebung richtete sich an Verantwortliche auf allen Regierungsebenen. Die Veranstalter sprachen von etwa 10.000 Teilnehmern, während die Polizei die Zahl der Demonstranten auf 4.000 bis 5.000 schätzte.

München wurde als Protestort gewählt, weil der Wohnungsmarkt dort besonders angespannt ist: Explodierende Mieten und ein knapper Wohnraum treiben viele Menschen in die Enge. Die Demonstranten forderten schärfere Mietpreisbremse, Sanktionen für leerstehende Immobilien sowie Maßnahmen gegen Spekulationen auf dem Immobilienmarkt. Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, betonte vor den Versammelten: "Wohnen ist ein Grundrecht, keine Ware."

Bürgermeister Dieter Reiter erkannte die Tiefe der Krise an, wies aber darauf hin, dass die kommunalen Instrumente allein das Problem nicht lösen könnten. Er forderte die Bundespolitik zum Handeln auf und plädierte für eine "grundlegende Reform des Mietrechts" auf nationaler Ebene, um den Mietenanstieg zu stoppen. Reiter hat bereits einen Zehn-Punkte-Plan an Bundeskanzler Friedrich Merz übermittelt, in dem er klarere und einheitlichere gesetzliche Regelungen anmahnt.

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Die Bundesregierung hat in den vergangenen fünf Jahren weder flächendeckende Mietobergrenzen noch strengere Leerstandsgesetze eingeführt. Zwar schlug der Bundesrat – als Vertretung der Bundesländer – im November 2025 eine Verschärfung der bestehenden Mietpreisbremse vor, darunter Beschränkungen für möblierte Wohnungen und Kurzzeitvermietungen, doch konkrete bundesweite Maßnahmen blieben aus. Die oppositionellen Grünen fordern separat eine Ausweitung des "Faire-Mieten-Gesetzes", doch bisher gibt es keine von der Regierung unterstützten Lösungsansätze.

Der Protest unterstreicht den wachsenden Druck auf die Politik, die Wohnungsnot in Deutschland zu bekämpfen. Angesichts hoher Mieten und drohender Verdrängung für Millionen Menschen werden die Forderungen nach bundesweitem Eingreifen immer lauter. Die Münchner Demonstration ist Teil einer breiteren Bewegung, die strukturelle Veränderungen anstrebt, um Mieter zu schützen und die Wohnkosten zu stabilisieren.