04 March 2026, 18:21

Erzhausen kämpft um seine Apotheken – droht die medizinische Grundversorgung zu kollabieren?

Eine Apotheke namens "The Generics Pharmacy" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Stromkabeln, Werbetafeln, Topfpflanzen, Kraftfahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.

Erzhausen kämpft um seine Apotheken – droht die medizinische Grundversorgung zu kollabieren?

Die Zukunft der lokalen Gesundheitsversorgung in Erzhausen ist zu einem drängenden Problem geworden, nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Apotheken im Landkreis Darmstadt-Dieburg schließen mussten. Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke, traf sich kürzlich mit Vertretern des Landkreises, um über die wachsende Bedrohung für die pharmazeutische Versorgung in der Region zu sprechen. Die Gespräche machten deutlich, wie dringend Maßnahmen nötig sind, um den Zugang zu essenzieller medizinischer Grundversorgung zu sichern.

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Allein in den letzten fünf Jahren wurden im Landkreis Darmstadt-Dieburg zwei Apotheken dauerhaft geschlossen: 2022 schloss die Apotheke in Arheilgen, 2024 folgte die Filiale in Dieburg. Diese Schließungen haben Versorgungslücken hinterlassen und zwingen die Bevölkerung, weitere Wege für grundlegende medizinische Produkte in Kauf zu nehmen.

Nejatian betonte die Bedeutung eines zuverlässigen Apothekennetzes für die öffentliche Gesundheit und die Lebensqualität. Er warnte, dass plötzliche Schließungen besonders für vulnerable Gruppen erhebliche Härten mit sich brächten. Angesichts einer alternden Bevölkerung sei ein einfacher Zugang zu naher medizinischer Versorgung heute wichtiger denn je.

Während des Treffens würdigte Nejatian den scheidenden Landrat Klaus Peter Schellhaas für dessen langjähriges Engagement zugunsten der Gesundheitsversorgung. Schellhaas hatte maßgeblich dazu beigetragen, zwei Medizinische Versorgungszentren (MVZ) in der Region aufzubauen. Nejatian regte an, künftige MVZ systematisch mit Apotheken zu verknüpfen, um die lokale Versorgung zu stärken.

Christel Sprößler, SPD-Kandidatin für die Nachfolge Schellhaas', teilte diese Sorgen. Sie bezeichnete die lokale medizinische Versorgung als gesellschaftliche Verantwortung und versprach, den eingeschlagenen Weg Schellhaas' fortzuführen. Beide waren sich einig, dass ein stabiles Gesundheitsnetz kontinuierliche politische Unterstützung und verlässliche Strukturen erfordert.

Das Treffen unterstrich die Risiken, denen die Apotheken vor Ort in Darmstadt-Dieburg ausgesetzt sind. Ohne Gegenmaßnahmen könnten weitere Schließungen die medizinische Infrastruktur der Region zusätzlich schwächen. Nun suchen Verantwortliche und Apothekenbetreiber nach Wegen, Apotheken in neue Versorgungszentren zu integrieren und den langfristigen Zugang für die Bevölkerung zu sichern.