10 February 2026, 16:01

Energiewende in der Krise: Warum Deutschlands Bundesländer den Ausbau der Erneuerbaren blockieren

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text.

Fegebank bezeichnet Reichs Energieübergangspläne als falsches Signal - Energiewende in der Krise: Warum Deutschlands Bundesländer den Ausbau der Erneuerbaren blockieren

Deutschlands Energiewende unter Druck: Bundesländer und politische Spannungen bremsen Ausbau der Erneuerbaren

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Die Bemühungen Deutschlands um den Ausbau erneuerbarer Energien stehen vor neuen Herausforderungen, da die politischen Auseinandersetzungen über das Tempo der Transformation zunehmen. Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank warnt, dass die Energiewende des Landes nun auf dem Spiel stehe. Ihre Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche Änderungen vorschlägt, um den Ausbau von Wind- und Solarprojekten besser mit dem Netzausbau zu koordinieren – und dabei gleichzeitig die Kosten zu senken.

2025 verzeichnete Deutschland beim Windkraftausbau nur einen bescheidenen Zuwachs: Die Kapazität stieg um 3,5 Gigawatt (GW) – ein Plus von lediglich 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Deutlich dynamischer entwickelte sich dagegen die Solarenergie: Hier kletterte die neu installierte Leistung um 17,1 GW, was einem Anstieg von 65 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Spitzenreiter beim Solarausbau war Bayern mit einem Zubau von 4,2 GW, gefolgt von Baden-Württemberg mit 3,1 GW. Bei der Windkraft steuerte Niedersachsen mit 1,2 GW den größten Beitrag bei, während Schleswig-Holstein 0,8 GW hinzufügte. Gleichzeitig ging der Ausbau der Onshore-Windenergie in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zurück.

Fegebank übt scharfe Kritik an den aktuellen Plänen der Bundesregierung und bezeichnet sie als ein "falsches Signal" für die wirtschaftliche Zukunft der Bundesländer. Sie argumentiert, dass eine Verlangsamung des Wind- und Solarausbaus die Strompreise hochhalten und Investitionen abschrecken werde. Aus ihrer Sicht seien diese Energieträger nach wie vor die günstigste und zuverlässigste Option für einen langfristigen Klimaschutz.

Reiches Vorhaben zielt darauf ab, den Ausbau der Erneuerbaren effizienter zu gestalten, indem neue Projekte enger mit dem Netzausbau abgestimmt werden. Das Ziel: Kosten sparen und Engpässe vermeiden. Doch Fegebank weist die Annahme zurück, dass zusätzliche Einschränkungen die bestehenden Probleme lösen würden. Stattdessen verweist sie auf Wärmepumpen als Beweis dafür, dass klimafreundliche Lösungen gleichzeitig die regionale Wirtschaft der Bundesländer stärken können.

Die Debatte offenbart tiefe Gräben darüber, wie der Umbau der deutschen Energieversorgung am besten gelingen kann. Fegebank betont, dass Wind- und Solarenergie weiterhin im Mittelpunkt stehen müssten, um die Kosten niedrig zu halten und die Energiezukunft der Bundesländer zu sichern. Jede Verzögerung, warnt sie, könnte die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands schwächen und den Fortschritt bei den Klimazielen ausbremsen.