27 February 2026, 16:04

EKD lehnt EU-Asylreform ab: "Pläne verletzen christliche Werte und Flüchtlingsrechte"

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus-Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

EKD lehnt EU-Asylreform ab: "Pläne verletzen christliche Werte und Flüchtlingsrechte"

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich gegen geplante Reformen der europäischen Asylregeln ausgesprochen. Vor einer entscheidenden Abstimmung warnen Kirchenvertreter, die Änderungen würden Flüchtlinge benachteiligen und mit christlichen Werten kollidieren.

Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem EU-Abgeordnete über eine Überarbeitung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) entscheiden sollen.

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Die EKD setzt sich seit Langem für gerechtere Asylpolitiken in Deutschland ein. In den vergangenen Jahren hat sie wiederholt Reformen gefordert, die die Rechte von Geflüchteten stärken. Ihre Haltung unterscheidet sich dabei von einigen katholischen Gruppen, die sich auf Grenzsicherheit konzentrieren, sowie von Organisationen wie Pro Asyl, die für offenere Aufnahmebedingungen in Deutschland eintreten.

Bishop Christian Stäblein, der Flüchtlingsbeauftragte der EKD, bezeichnete die aktuellen Vorschläge als zu hart. Die Kirche befürchtet, dass die Pläne das Leben von Schutzsuchenden destabilisieren und ihre Würde untergraben würden.

Trotz ihrer Bedenken unterstützt die EKD einen Teil der Reformen: Sie befürwortet den Vorschlag von Innenminister Alexander Dobrindt, Asylbewerbern bereits nach drei statt nach sechs Monaten die Arbeitsaufnahme in Deutschland zu ermöglichen. Die Kirche argumentiert, dass diese Änderung die Integration fördern und die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung verringern würde.

Zudem fordert die EKD, dass Deutschland hohe Standards der Genfer Flüchtlingskonvention aufrechterhält. Sie plädiert dafür, dass EU-Staaten die Verantwortung für Geflüchtete gerechter verteilen – anstatt die Grenzstaaten mit der Bewältigung allein zu lassen.

Mit ihrer Stellungnahme erhöht die Kirche den Druck vor der Abstimmung über die GEAS-Reformen. Sollten die neuen Regeln verabschiedet werden, würden sie die Asylverfahren in Europa grundlegend verändern. Die Position der EKD unterstreicht die anhaltende Debatte darüber, wie sich Sicherheit und humanitäre Verpflichtungen in Einklang bringen lassen.