Düstere Geheimnisse: Wie harmlose Kinderreime blutige Theorien auslösten
Henry SeidelDüstere Geheimnisse: Wie harmlose Kinderreime blutige Theorien auslösten
Zwei bekannte Kinderreime haben eine neue Debatte über ihre düsteren Ursprünge ausgelöst. „Der Muffin-Mann“ und „Humpty Dumpty“, lange Zeit als harmlose Kinderlieder angesehen, stehen nun im Zentrum von Theorien, die sie mit Gewalt und historischen Ereignissen in Verbindung bringen. Doch Experten betonen, dass vielen dieser Behauptungen belastbare Belege fehlen.
Der Reim „Do You Know the Muffin Man?“ erschien erstmals 1820 mit seiner Melodie im Druck. Wahrscheinlich beschrieb er das London des 19. Jahrhunderts, wo Straßenhändler von Tür zu Tür Muffins verkauften. Mit der Zeit entstand im Internet die Theorie, der Muffin-Mann sei ein Serienmörder gewesen. Eine andere Vermutung brachte ihn mit einer grausamen Hinrichtungsmethode in Verbindung. Keine dieser Annahmen ließ sich jedoch beweisen.
Die Herkunft von „Humpty Dumpty“ bleibt dagegen rätselhaft. Die früheste Version des Reims erwähnte noch kein Ei. Einige Historiker vermuten, der Text spotte über öffentliche Trunksucht, andere sehen darin einen Verweis auf den Tod von König Richard III. in der Schlacht von Bosworth – ähnlich wie beim Muffin-Mann bleibt die wahre Bedeutung ungewiss.
Trotz der beunruhigenden Theorien werden beide Reime weiterhin von Kindern gesungen. Die Verbindung des Muffin-Manns zu den Straßenhändlern gilt als die am weitesten akzeptierte Erklärung. Die Deutung von „Humpty Dumpty“ hingegen bleibt offen – ob als betrunkene Figur, gefallener König oder schlicht ein Rätsel.







