Deutschlands Führungsrolle in der Kreislaufwirtschaft wackelt trotz Rekordpatenten
Moritz HartmannDeutschlands Führungsrolle in der Kreislaufwirtschaft wackelt trotz Rekordpatenten
Deutschland bleibt weltweit führend bei Technologien der Kreislaufwirtschaft und belegt im Ranking der wirtschaftlich relevanten Patentanmeldungen den Spitzenplatz. Seit 2010 hat das Land in diesem Bereich über 10.700 Patente angemeldet – das entspricht 17 Prozent der weltweiten Gesamtzahl. Doch seine Vorreiterrolle gerät zunehmend unter Druck, da ostasiatische Nationen ihre Innovationsbemühungen beschleunigen.
Zwischen 2010 und 2024 wurden weltweit fast 62.000 Patente im Bereich der Kreislaufwirtschaft registriert. Deutschland steuerte davon 10.700 bei und liegt damit knapp hinter den USA, die rund 14.000 Anmeldungen verzeichnen. Besonders hervorzuheben ist die Qualität deutscher Patente: Sie erhielten in den vergangenen 15 Jahren fast 15.000 Zitierungen – mehr als jedes andere Land.
Die Bundesrepublik glänzt vor allem in Schlüsselsektoren wie Batterierecycling und zirkulärem Bauen, wo sie einen beträchtlichen Anteil der globalen Patente hält. Allein 2024 wurden über 25.000 deutsche Patente mit Bezug zur Kreislaufwirtschaft in Europa eingereicht. Doch anderswo nimmt das Innovationstempo rasant zu.
China, Südkorea und Japan holen schnell auf. Chinas Patentanmeldungen in diesem Bereich stiegen zwischen 2010 und 2021 fast auf das Fünffache an. Ohne zügiges Handeln droht Deutschland, seine Spitzenposition an diese Konkurrenten zu verlieren.
Um die Führung zu halten, muss die Bundesregierung zügig einen Aktionsplan für die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie finalisieren. Noch ist Deutschlands starke Patentbilanz und wirtschaftliche Strahlkraft in diesem Feld unübertroffen. Doch um diese Position zu verteidigen, sind schnellere Umsetzung und kontinuierliche Investitionen in Innovation unerlässlich.
