07 June 2026, 14:01

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert nun Konsequenzen

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert nun Konsequenzen

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung neuer Lohntransparenzgesetze verpasst. Die Regelungen, die der Bekämpfung von Lohnungleichheit dienen sollen, hätten bis zum 7. Juni 2026 in Kraft treten müssen. Durch die Verzögerung riskiert das Land nun rechtliche Schritte der Europäischen Kommission.

Nach der EU-Richtlinie zur Lohntransparenz müssen Arbeitgeber künftig in Stellenausschreibungen die Einstiegsgehälter offenlegen. Zudem ist es ihnen untersagt, Bewerber nach ihren früheren Einkünften zu fragen. Die Reformen zielen darauf ab, die geschlechtsspezifische Lohnlücke zu schließen, die EU-weit derzeit bei 11,1 Prozent liegt. In Deutschland ist die Kluft noch größer: Frauen verdienen laut Eurostat-Zahlen von 2024 pro Stunde 15,6 Prozent weniger als Männer.

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Die neuen Vorschriften würden Arbeitnehmern zudem ermöglichen, Durchschnittsgehälter für vergleichbare Positionen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, anzufordern. Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten müssten regelmäßig über ihre eigene Lohnlücke zwischen den Geschlechtern berichten. Allerdings wurden Deutschlands erste Berichtspflichten nun auf Juni 2028 verschoben.

Die Europäische Kommission hat gewarnt, dass das Verfehlen der Frist zu einem Vertragsverletzungsverfahren führen könnte. Berlin verhandelt derzeit mit EU-Partnern über mögliche Anpassungen des Zeitplans und des Umfangs der Reformen.

Die Verzögerung bedeutet, dass Deutschland weiterhin hinter den EU-Anforderungen an Lohntransparenz zurückbleibt. Ohne die neuen Regelungen haben Arbeitnehmer noch keinen Zugang zu wichtigen Gehaltsinformationen. Die nächsten Schritte der Kommission werden zeigen, ob Strafen oder weitere Verhandlungen folgen.

Quelle