Deutsche Wirtschaft wächst leicht – doch Lieferengpässe bremsen die Industrie aus
Henry SeidelDeutsche Wirtschaft wächst leicht – doch Lieferengpässe bremsen die Industrie aus
Die deutsche Wirtschaft zeigte zu Beginn des Jahres 2026 ein moderates Wachstum: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Treibende Kräfte waren eine stärkere private und öffentliche Nachfrage sowie höhere Exporte. Dennoch kämpfen Unternehmen weiterhin mit der Beschaffung essenzieller Rohstoffe und Materialien.
Preisbereinigt wuchs die Wirtschaftsleistung im Jahresvergleich um 0,5 Prozent, wie aus den jüngsten Daten hervorgeht. Unter Berücksichtigung von Preiseffekten und saisonalen Faktoren lag der Anstieg bei 0,3 Prozent.
Trotz des leichten Aufschwungs haben Industrieunternehmen weiterhin mit Lieferengpässen zu kämpfen. Im April 2026 meldeten 13,8 Prozent der Hersteller Materialknappheit – mehr als doppelt so viele wie noch im Januar (5,8 Prozent). Besonders betroffen sind bestimmte Branchen: 31,1 Prozent der Chemieunternehmen, 22,9 Prozent der Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren, 14,8 Prozent der Maschinenbauer und 17,2 Prozent der Elektroindustrie klagen über Engpässe.
Ökonomen warnen, dass sich die verschärften Lieferprobleme negativ auf die künftige Produktion auswirken könnten. Die Zahlen deuten darauf hin, dass zwar die Nachfrage wieder anzieht, die anhaltenden Lieferkettenprobleme für die deutsche Industrie jedoch weiterhin ein erhebliches Hindernis darstellen.
Das Wachstum im ersten Quartal markiert zwar eine vorsichtige Erholung der deutschen Wirtschaft. Doch der deutliche Anstieg der Materialknappheit zeigt, dass die Risiken für die Industrie weiterhin bestehen. Sollten sich die Lieferengpässe weiter verschärfen, könnten sie die Produktion bremsen und die künftige wirtschaftliche Entwicklung belasten.






