20 February 2026, 16:18

Cosco übernimmt Hamburger Logistikfirma Zippel nach Kartellfreigabe

Ein blauer Seecontainer mit der Aufschrift "NYK Logistics & Megacarrier" und einer Flagge vor einem weißen Hintergrund.

COSCO darf Mehrheit an hamburgischem Spediteur Zippel erwerben - Cosco übernimmt Hamburger Logistikfirma Zippel nach Kartellfreigabe

Der chinesische Logistikkonzern Cosco hat vom Bundeskartellamt die Genehmigung erhalten, 80 Prozent am Hamburger Speditionsunternehmen Konrad Zippel zu übernehmen. Der Deal markiert einen weiteren Schritt des Schifffahrtsriesen bei der Expansion in den deutschen Logistikmarkt. Das traditionsreiche Transportunternehmen Zippel ist auf den Containerumschlag von Häfen zu Binnenzielen spezialisiert.

Das unter der Leitung von Andreas Mundt stehende Bundeskartellamt prüfte die Übernahme ausschließlich unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten. Außenhandelsgesetze und nationale Sicherheit spielten bei der Bewertung keine Rolle. Die Behörde stellte keine Überschneidungen in den Geschäftsbereichen fest, da Cosco den Seetransport von Containern abwickelt, während Zippel sich auf die Hinterlandverteilung – oft per Schiene – konzentriert.

Allein in den Häfen Hamburg und Bremerhaven wurden 2024 mehr als 12 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Zippels Anteil am Hinterlandtransport blieb dabei gering, was Bedenken hinsichtlich einer marktbeherrschenden Stellung dämpfte. Das Kartellamt kam zu dem Schluss, dass die Fusion weder anderen Reedereien noch Speditionen den Marktzugang erschweren werde.

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Cosco, die viertgrößte Reederei der Welt, hält bereits 24,99 Prozent am HHLA-Containerterminal Tollerort in Hamburg. Seit dem Erwerb dieser Beteiligung im Jahr 2018 hat das Unternehmen seine Aktivitäten in Deutschland kontinuierlich ausgebaut. Mit der Übernahme von Zippel stärkt der Konzern nun seine Lkw- und Lagerkapazitäten bundesweit.

Das 1876 gegründete Familienunternehmen Konrad Zippel beschäftigt rund 350 Mitarbeiter und organisiert den Containertransport zwischen Seehäfen und Binnenstandorten – häufig in Zusammenarbeit mit der Bahn. Durch die Eingliederung in das Cosco-Netzwerk erweitert die Reederei ihre Präsenz weiter in Richtung Europa.

Die Übernahme vollendet Coscos jüngsten Vorstoß, seinen logistischen Fußabdruck in Deutschland auszubauen. Da keine kartellrechtlichen Bedenken erhoben wurden, kann der Deal nun umgesetzt werden. Zippels Expertise im Binnentransport wird künftig in das umfassendere Lieferkettennetz des Schifffahrtsgiganten eingebunden sein.