Compact-Festival in Magdeburg: Rechtsextreme Veranstaltung trotz Protesten zugelassen
Henry SeidelDemonstration gegen das 'Compact'-Magazin-Event - Compact-Festival in Magdeburg: Rechtsextreme Veranstaltung trotz Protesten zugelassen
Ein von der Zeitschrift Compact geplantes Sommerfestival soll nun in Magdeburg stattfinden, nachdem ein zunächst verhängtes Veranstaltungsverbot aufgehoben wurde. Die Veranstaltung zum 15-jährigen Jubiläum des Magazins steht wegen ihrer Verbindungen zur rechtsextremen Szene im Fokus. Gegner der Veranstaltung organisieren bereits Gegenproteste, um die Zusammenkunft zu stören.
Das Compact-Festival war ursprünglich 2024 nach einem Verbot durch das Innenministerium abgesagt worden. Doch das Bundesverwaltungsgericht hob die Entscheidung später auf und begründete dies damit, dass das Magazin – das seit 2021 als rechtsextrem eingestuft wird – nicht primär verfassungsfeindlich agiere. Mit dieser Begründung konnte die Veranstaltung ohne Einschränkungen stattfinden.
Jürgen Elsässer, Gründer und Chefredakteur von Compact, wird gemeinsam mit Björn Höcke, dem Landesvorsitzenden der AfD in Thüringen, anwesend sein. Ihre Teilnahme hat bei lokalen Aktivisten Widerstand ausgelöst. Eine Gegenkundgebung unter dem Motto "Jürgen und Björn – wir machen euch die Party kaputt!" zielt darauf ab, den Zugang zum Veranstaltungsort zu blockieren.
Die Organisatoren der Proteste wollen zudem erreichen, dass die Veranstaltungshalle künftig keine rechtsextremen Gruppen mehr beherbergt. Eine ähnliche Demonstration in Stößen hatte in diesem Jahr etwa 50 Teilnehmer mobilisiert.
Trotz anhaltender Kontroversen wird das Compact-Festival nun wie geplant stattfinden. Die Gegenprotestler bleiben entschlossen, die rechtsextremen Bezüge der Veranstaltung herauszufordern. Der Ausgang könnte künftige Zusammenkünfte ähnlicher Organisationen in der Region beeinflussen.
