Bundesregierung erhält Milliarden-Spielraum für neue Kredite durch schwache Konjunktur
Lina FuchsBundesregierung erhält Milliarden-Spielraum für neue Kredite durch schwache Konjunktur
Die deutsche Bundesregierung wird in den kommenden Jahren mehr Spielraum für neue Kredite haben – bedingt durch die schwächere Wirtschaftsentwicklung. Die Anpassung erfolgt im Rahmen der bestehenden Schuldenregeln und ermöglicht es Finanzminister Lars Klingbeil, die Kreditaufnahmegrenzen für 2024 und die folgenden Jahre zu erhöhen.
Für dieses Jahr rechnet die Regierung nun nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent – statt der zuvor prognostizierten 1,0 Prozent. Die abgeschwächte Konjunktur hat vorübergehend eine höhere zulässige Neuverschuldung nach den geltenden Vorschriften ausgelöst.
2024 darf Klingbeil im Kernhaushalt 3,8 Milliarden Euro mehr aufnehmen als ursprünglich geplant. Bis 2027 steigt das insgesamt erlaubte Kreditvolumen auf rund 27,9 Milliarden Euro, darunter eine Basislinie von 15,6 Milliarden Euro, die leicht über den früheren Schätzungen liegt.
Auch der konjunkturelle Anpassungsbetrag – ein zentraler Faktor in den Schuldenberechnungen – ist gestiegen. Ursprünglich mit 8,5 Milliarden Euro für 2027 veranschlagt, liegt er nun bei 12,3 Milliarden Euro. In den nächsten sechs Jahren wird sich die zusätzliche Kreditkapazität bis 2030 auf 7,3 Milliarden Euro erhöhen.
Die Änderungen verschaffen dem Finanzministerium mehr Flexibilität bei der Haushaltssteuerung. Angesichts der gesunkenen Wachstumserwartungen kann die Regierung nun mehr Kredite aufnehmen, ohne die gesetzlichen Schuldengrenzen zu überschreiten. Die Anpassungen gelten, bis sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert.






