Bundesnetzagentur bekommt schärfere Werkzeuge gegen Cyberangriffe auf die Energieversorgung
Lina FuchsBundesnetzagentur bekommt schärfere Werkzeuge gegen Cyberangriffe auf die Energieversorgung
Bundesnetzagentur erhält erweiterte Befugnisse zur Bewertung von Cyberbedrohungen durch neue NIS-2-Richtlinie
Ein neu entwickeltes Bewertungssystem soll der Bundesnetzagentur künftig helfen, die Schwere von Cybervorfällen in der Energieversorgung und auf den Energiemärkten einzuschätzen. Das System wurde von Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST) konzipiert.
Das Team des Fraunhofer IOSB-AST hat ein strukturiertes Bewertungsmodell erarbeitet, um Cyberrisiken in Energiesystemen systematisch zu analysieren. Dabei greift der Ansatz auf bestehende europäische Methoden zurück, darunter das Klassifizierungssystem für Cyberangriffe der ENTSO-E. Eine zentrale Datenquelle für die Meldung und Auswertung von Vorfällen bildet das deutsche Marktstammdatenregister.
Das Framework folgt einem dreistufigen, risikobasierten Bewertungsprozess: Zunächst werden Daten erhoben, anschließend eine vorläufige Analyse durchgeführt und abschließend eine umfassende Folgenabschätzung vorgenommen. Dabei werden sowohl systemische als auch wirtschaftliche Auswirkungen möglicher Sicherheitsverletzungen untersucht.
Durch standardisierte Datenformate und ein klares Klassifizierungssystem kann die Bundesnetzagentur Sicherheitsberichte künftig gründlicher prüfen. Die Methodik wird zunächst in der Behörde selbst erprobt, bevor eine mögliche Übernahme durch Netzbetreiber und andere nachgeordnete Stellen erfolgt.
Das neue System stattet die Bundesnetzagentur mit erweiterten Instrumenten aus, um Cybervorfälle in der Energieinfrastruktur einheitlich und detailliert zu bewerten. Die Umsetzung beginnt mit behördeninternen Tests, bevor das Verfahren in den regulären Betrieb überführt wird.






