Brandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Lehrermangel und 345 gestrichenen Stellen
Moritz HartmannBrandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Lehrermangel und 345 gestrichenen Stellen
Brandenburg steht vor dem schlimmsten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – doch ausgerechnet jetzt, da die Schülerzahlen Rekordhöhen erreichen, streicht der Haushalt 2025 weitere 345 Vollzeitstellen im Schulbereich. Schulen kämpfen bereits jetzt darum, den Pflichtunterricht abzusichern. Bildungsminister Gordon Hoffmann (parteilos) warnte, dass eine vollständige Stellenbesetzung zum kommenden Schuljahr nicht garantiert werden könne.
Die Krise begann jedoch schon vor dem aktuellen Etat: Brandenburg startete das laufende Schuljahr bereits mit Personalengpässen. Um diese zu überbrücken, müssen die meisten Lehrkräfte seit Ende 2024 eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche übernehmen. Die neuen Kürzungen verschärfen die Lage zusätzlich, indem sie die Einstellung zahlreicher Quereinsteiger blockieren – genau jener Kräfte, die eigentlich die Lücken schließen sollten.
Unter den Lehrkräften formiert sich Widerstand. Sie kritisieren, dass die Streichungen ein ohnehin überlastetes System weiter an den Rand der Belastbarkeit treiben. Hoffmann, der das Ressort nach drei Jahrzehnten SPD-Führung übernommen hat, kündigte zwar Reformen an, um Lese- und Mathematikkompetenzen zu stärken. Gleichzeitig räumt er ein, dass der Freistaat 2025 nicht sicherstellen könne, alle vorgeschriebenen Unterrichtsstunden anzubieten.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Brandenburg: In Sachsen wurden rund 5.000 Lehrkräfte umverteilt, um den Mangel auszugleichen – dennoch fielen 9,1 Prozent des Unterrichts aus. Das benachbarte Sachsen-Anhalt stellt mit 2.500 Quereinsteigern bereits 15 Prozent seines Lehrpersonals, nur um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.
2025 trifft in Brandenburg eine noch nie dagewesene Schülerzahl auf den größten Lehrermangel aller Zeiten. Mit 345 gestrichenen Stellen und keiner Garantie für vollständiges Personal drohen den Schulen weitere Einschränkungen. Hoffmanns angekündigte Reformen müssen nun gleichzeitig Qualität und Kapazitäten verbessern – in einem System, das unter beispiellosem Druck steht.






