Bentele fordert radikale Reformen für stabile gesetzliche Krankenversicherung
Moritz HartmannBentele fordert radikale Reformen für stabile gesetzliche Krankenversicherung
Verena Bentele fordert Reformen zur Rettung der gesetzlichen Krankenversicherung
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, hat weitreichende Reformen gefordert, um die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) langfristig zu stabilisieren. Sie betont, dass die Konsolidierung von Einnahmen und Ausgaben nicht auf Kosten der Versorgungsqualität gehen dürfe. Ihre Vorschläge kommen kurz vor der Vorstellung des Berichts der Gesundheitsfinanzkommission am Montag, in dem 60 Einsparmaßnahmen für das Gesundheitssystem skizziert werden sollen.
Bentele hat mehrere zentrale Forderungen aufgestellt, um die finanzielle Belastung des Systems zu verringern. So schlägt sie vor, dass Leistungserbringer vorläufig auf Ausgabensteigerungen verzichten. Gleichzeitig fordert sie, dass der Bund gesellschaftliche Aufgaben übernimmt, die derzeit von der GKV getragen werden – etwa Kosten, die eigentlich in den staatlichen Verantwortungsbereich fallen.
Die VdK-Chefin lehnt entschieden Maßnahmen ab, die die Patienten stärker belasten würden. Höhere Zuzahlungen für Medikamente oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren weist sie zurück – mit der Begründung, dass dies chronisch Kranke, ältere Menschen und Geringverdiener unverhältnismäßig hart treffen würde. Ebenfalls ablehnend steht sie Forderungen gegenüber, die beitragsfreie Familienversicherung abzuschaffen. Dies würde Frauen und einkommensschwache Haushalte übermäßig belasten, so Bentele.
Um die Finanzierung zu stärken, spricht sich die VdK-Präsidentin für eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze aus. Zudem soll die Spanne der Einkünfte, die der Krankenversicherungspflicht unterliegen, erweitert werden. Der Verband erwartet von den anstehenden Kommissionsvorschlägen, dass sie die Beitragszahler entlasten, ohne das aktuelle Leistungsniveau anzutasten.
Bentele hat klar gemacht, dass Kürzungen bei bestehenden Leistungen für sie nicht verhandelbar sind. Ihr Fokus liegt auf strukturellen Veränderungen – nicht auf Einsparungen, die die Versorgungsstandards verschlechtern. Die Gesundheitsfinanzkommission wird ihre Empfehlungen am Montag vorlegen; auf dem Tisch liegen 60 mögliche Einsparoptionen. Benteles Position unterstreicht die Notwendigkeit fairer Lösungen, die schutzbedürftige Gruppen entlasten und die Qualität der Versorgung sichern. Mit der Prüfung der Vorschläge durch die Politik dürfte die Debatte über die Finanzreformen weiter an Fahrt aufnehmen.






