38 Verbände warnen vor Sozialkürzungen: Familien und Kinder drohen in Armut abzurutschen
Lina FuchsDutzende Verbände fordern Rücknahme der geplanten Verschärfung des Bürgergelds - 38 Verbände warnen vor Sozialkürzungen: Familien und Kinder drohen in Armut abzurutschen
Ein Bündnis aus 38 zivilgesellschaftlichen Organisationen hat die deutsche Regierung aufgefordert, geplante Kürzungen bei den Grundsicherungsleistungen zu streichen. Die Initiative warnt, dass die Änderungen Familien und Kinder besonders hart treffen würden – eine Gruppe, die einen großen Teil der Leistungsempfänger ausmacht. Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die politischen Parteien über die Folgen der Reformen für einkommensschwache Haushalte diskutieren.
Die Organisationen argumentieren, dass die vorgesehenen Kürzungen Kinder bestrafen und Familien destabilisieren würden. Sie betonen, dass in jedem dritten Haushalt, der auf Sozialleistungen angewiesen ist, Minderjährige leben. Durch die Reformen würden gesamte Haushalte – einschließlich der Kinder – mit niedrigeren Zahlungen rechnen müssen.
Die Unterzeichner kritisieren zudem den Umgang der Regierung mit Wohnkosten und Unterstützungsangeboten. Sie fordern, dass im ersten Jahr des Leistungsbezugs die tatsächlichen Mietkosten in voller Höhe übernommen werden. Weitere Forderungen umfassen einen besseren Zugang zu Kinderbetreuung sowie Beratungsangebote für betroffene Familien.
Über die finanzielle Belastung hinaus befürchten die Gruppen, dass die Kürzungen das Vertrauen in staatliche Hilfen untergraben könnten. Strengere Regelungen, so die Warnung, könnten zudem die Bemühungen erschweren, Leistungsbezieher in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Appell greift Bedenken auf, die auch von Oppositionsparteien wie der Linken geteilt werden, während CDU/CSU, SPD und Grüne in der Frage gespalten sind.
Die Regierung steht nun unter Druck, die Sozialreformen zu überdenken. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, würden tausende Haushalte mit Kindern weniger Standardleistungen erhalten. Die zivilgesellschaftliche Allianz besteht darauf, dass mögliche Änderungen Familien nicht benachteiligen und die soziale Stabilität nicht gefährden dürfen.
