15 March 2026, 18:03

ZDK fordert digitale Revolution bei Fahrzeugdaten für mehr Transparenz und Verbraucherschutz

Ein Plakat mit Text und Logo, das 'Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa eine Gigatonne' fordert und damit für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

ZDK fordert digitale Revolution bei Fahrzeugdaten für mehr Transparenz und Verbraucherschutz

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert einen grundlegenden Wandel bei der Bereitstellung von Fahrzeuginformationen für Verbraucher. Statt der bisherigen Papieretiketten in Autohäusern soll eine zentrale digitale Datenbank Abgaswerte, Kraftstoffverbrauch und andere wichtige Fahrzeugdaten bündeln. ZDK-Präsident Burkhard Weller kritisiert das aktuelle System als veraltet und nicht mehr zeitgemäß – es erfülle seine Ziele nicht mehr.

Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Kommission Änderungen an der EU-Verordnung 2019/631 vorbereitet, die die Emissionsvorgaben für Hersteller und Händler verschärft. Die überarbeiteten Regeln sollen bis Mitte Dezember 2025 in Kraft treten.

Laut dem ZDK-Konzept würden die Hersteller eine einheitliche digitale Datenbank mit aktuellen und präzisen Informationen pflegen. Diese würde die bisherigen Papieraushänge in den Ausstellungsräumen ersetzen, die Weller als oft verwirrend oder veraltet bezeichnet. Die Datenbank wäre öffentlich zugänglich und würde Käufern den Vergleich verschiedener Modelle erleichtern.

In den Autohäusern würden Händler QR-Codes ausstellen, die direkt zu den digitalen Datensätzen führen. Für Kunden ohne Smartphone stünden Terminals in den Niederlassungen bereit. Das System könnte auf einer bestehenden Datenstruktur der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), einem deutschen Anbieter für Fahrzeugdaten, aufbauen.

Weller appellierte an die Europäische Kommission, diesen Ansatz zu übernehmen, da er die Transparenz erhöhe und Verbraucherschutzprobleme vermeide. Eine zentrale Steuerung würde zudem EU-weit für Einheitlichkeit sorgen und Fehler bei Kraftstoff- und Emissionsangaben reduzieren.

Die Forderung nach digitalen Fahrzeugdaten folgt auf Jahre verschärfter CO₂-Vorgaben durch die Verordnung 2019/631. Seit ihrer Einführung 2019 zwingt das Gesetz die Hersteller, Flottenemissionen zu senken, die Elektrifizierung voranzutreiben und bei Nichteinhaltung Strafen zu zahlen. Auch Händler sehen sich höheren Kosten gegenüber, etwa durch Bußgelder und neue Prüfvorschriften für Benzin- und Dieselmodelle.

Deutsche Automobilhersteller wie BMW haben reagiert und ihr Angebot an Elektrofahrzeugen ausgebaut. Branchenverbände warnen jedoch, dass einige Ziele – etwa der Ausstieg aus 49 Millionen Verbrennungsmotoren – unrealistisch seien. Auf nationaler Ebene wird weiterhin über strengere Regeln für leichte Nutzfahrzeuge diskutiert, mit laufenden Beratungen in Bundestag und Bundesrat.

Würde die digitale Datenbank eingeführt, wäre dies ein bedeutender Schritt hin zu einer moderneren Informationsbereitstellung für Autokäufer. Das System soll klarere und zuverlässigere Daten liefern und gleichzeitig die Kosten für Händler senken. Die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission zur geänderten Verordnung wird bis Ende 2025 erwartet.

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