Wehrerfassung kehrt zurück: Warum junge Männer jetzt handeln müssen
Deutschland hat die Wehrerfassung für junge Männer, die 2008 oder später geboren wurden, wieder eingeführt. Seit Januar 2023 müssen sie einen Fragebogen ausfüllen – andernfalls drohen Bußgelder. Die Maßnahme hat eine Debatte ausgelöst, in der Politiker und Aktivisten scharfe Kritik üben.
Das neue Wehrpflichtgesetz schreibt vor, dass sich alle wehrpflichtigen jungen Männer registrieren lassen müssen. Bis Anfang Mai hatten etwa ein Viertel von ihnen dies noch nicht getan und riskieren damit Strafen. Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und erreicht damit bereits jetzt das für 2026 gesetzlich vorgegebene Soll.
Auf einem Anti-Wehrpflicht-Festival der Linken versammelten sich vor allem junge Teilnehmer, um gegen die Regelung zu protestieren. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei, rief zum Widerstand gegen das Verfahren auf. Prisca, eine der Anwesenden, erklärte, sie habe nicht vor, zur Bundeswehr zu gehen.
Der ehemalige Soldat Daniel Lücking kritisierte die Wehrpflicht als überholt. Schon ein einziger Sabotageakt könne den Betrieb lahmlegen, argumentierte er. Unterdessen schlug Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, vor, die Schulpflicht um ein „soziales Jahr“ als Alternative zu erweitern. Derzeit werden aufgrund begrenzter Kapazitäten nur Freiwillige erfasst.
Die Registrierung ist nun verpflichtend, bei Nichtbefolgung sind Geldstrafen möglich. Zwar erfüllt die Bundeswehr aktuell die gesetzlichen Vorgaben, doch der Widerstand bleibt laut. Politische und öffentliche Reaktionen prägen weiterhin die Diskussion um die Wehrpflicht.






