13 March 2026, 04:02

Warum deutsche Apotheken bei pharmazeutischen Dienstleistungen in die Verlustzone rutschen

Der Eingang einer Apotheke mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite und beleuchteten Lampen auf dem Dach.

Warum deutsche Apotheken bei pharmazeutischen Dienstleistungen in die Verlustzone rutschen

Neuer Bericht: Deutsche Apotheken kämpfen mit Verlusten bei vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL)

Ein aktueller Bericht zeigt, dass deutsche Apotheken mit den pharmazeutischen Dienstleistungen nach § 44a SGB V (pDL) kaum Gewinne erzielen können. Obwohl sie über das nötige Fachwissen verfügen, um diese Programme umzusetzen, sind die aktuellen Vergütungssätze für die meisten zu niedrig, um die Kosten zu decken. Mehr als die Hälfte aller Apotheken schreibt bei der Durchführung von Bluthochdruck-Risikochecks rote Zahlen.

Das deutsche pDL-Programm, das gesundheitsbezogene Apothekendienstleistungen fördern soll, lässt einen Topf von 537 Millionen Euro weitgehend ungenutzt. Für einen Bluthochdruck-Risikocheck erhalten Apotheken lediglich 11,20 Euro – ein Betrag, der die Aufwendungen in den meisten Fällen nicht deckt. Zwar steigt die Abrechnung von pDL-Leistungen, doch die Nachfrage seitens der Patienten bleibt schwach.

Neben den finanziellen Hürden sehen sich Apotheken mit Personalmangel, hohem administrativem Aufwand und begrenztem Platz konfrontiert. Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen verschärfen die Situation zusätzlich. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (DAV) fordert höhere Vergütungen, um die Dienstleistungen langfristig tragfähig zu machen.

In anderen europäischen Ländern verzeichnen ähnliche apothekenbasierte Angebote hingegen stetiges Wachstum. Starke regulatorische Unterstützung und steigende Gesundheitsausgaben treiben die Nachfrage voran – der Markt für Schnelltests (lateral flow assays) soll bis 2026 ein Volumen von 3,20 Milliarden US-Dollar erreichen.

Die Freie Apothekerschaft (FA) bestätigt zwar, dass Apotheken über die nötigen Kompetenzen für pDL verfügen, warnt jedoch, dass die aktuellen Rahmenbedingungen die Teilnahme unattraktiv machen. Ohne Änderungen droht das Programm seine bundesweiten Ziele zu verfehlen.

Die Politik ist nun gefordert, die pDL-Vergütung anzupassen, damit Apotheken diese Leistungen ohne Verluste anbieten können. Ohne Reformen könnte das Programm weiter hinter den Erwartungen zurückbleiben – zum Nachteil sowohl der Apotheken als auch der Patienten. FA und DAV betonen, dass eine nachhaltige Finanzierung der Schlüssel für eine flächendeckende Einführung ist.

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