Wahlkampf in Rheinland-Pfalz: Becks scharfe Kritik an Özdemirs Strategie entfacht Debatte
Moritz HartmannKurt Beck wirft Özdemir 'peinliche' Wahlkampagne vor - Wahlkampf in Rheinland-Pfalz: Becks scharfe Kritik an Özdemirs Strategie entfacht Debatte
Rheinland-Pfalz wählt am Sonntag ein neues Landesparlament – und die Kampagne sorgt für scharfe Kritik
Der frühere Ministerpräsident Kurt Beck hat im Wahlkampf scharf gegen Cem Özdemirs jüngsten Sieg in Baden-Württemberg geschossen. Beck, der Rheinland-Pfalz von 1994 bis 2013 regierte, wirft dem Grünen-Politiker vor, die eigenen Parteigrundsätze aus reinem Wahlkampfkalkül verraten zu haben.
Özdemir hatte die Landtagswahl in Baden-Württemberg Anfang März gewonnen, indem er sich bewusst von der Bundesebene der Grünen abgrenzte. Statt detaillierter Klimaziele setzte er auf Bürokratieabbau, Steuererleichterungen für Unternehmen und einen pragmatischen, wirtschaftsnahen Klimakurs. Seine Strategie, sich politisch in der Mitte zu positionieren, zahlte sich an der Wahlurne aus.
Beck, der nun den amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD) unterstützt, nannte Özdemirs Vorgehen "peinlich". Der Grünen-Politiker habe gezielt mit der Ideologie seiner Partei gebrochen, um Stimmen zu gewinnen. Schweitzer hingegen würde so etwas nie tun, betonte Beck – er bleibe den SPD-Werten treu.
Am Sonntag tritt Schweitzer gegen den CDU-Kandidaten Gordon Schnieder an. Die Wahl steht auch im Zeichen von Becks Kritik, die die Spannungen innerhalb der linksgerichteten Parteien über die richtige Wahlkampfstrategie offenlegt.
Entscheiden müssen nun die Wähler:innen in Rheinland-Pfalz, ob Schweitzer im Amt bleibt oder Schnieder der CDU zum Sieg verhilft. Becks Äußerungen unterstreichen dabei den Graben zwischen Özdemirs pragmatischem Kurs und traditioneller Parteidisziplin – und damit die Frage, in welche Richtung sich die Landesregierung künftig entwickelt.






