Vatikan blockiert Laienpredigten – Deutsche Bischofskonferenz scheitert mit Reformvorschlag
Moritz HartmannVatikan blockiert Laienpredigten – Deutsche Bischofskonferenz scheitert mit Reformvorschlag
Der Vatikan hat einen Vorschlag der deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, der Laienmitgliedern in Ausnahmefällen das Predigen während der Messe ermöglichen sollte. Die Entscheidung fiel, nachdem die Deutsche Bischofskonferenz um Erlaubnis gebeten hatte, dass nicht geweihte Personen die Homilie im Rahmen der Eucharistiefeier halten dürfen.
Die Bischofskonferenz hatte den Antrag im Rahmen des Synodalen Wegs eingereicht. Mit dieser Initiative sollte qualifizierten Laien gestattet werden, an Sonn- und Feiertagen zu predigen, wenn seelsorgerische Notwendigkeiten dies erfordern. Laiengruppen in Deutschland, die bereits am Synodalen Weg beteiligt sind, setzen sich seit einiger Zeit für das Recht ein, während der Messe predigen zu dürfen.
Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, lehnte den Antrag offiziell ab. In seiner Antwort verwies er auf das bestehende Kirchenrecht, darunter den Codex des Kanonischen Rechts und die Instruktion Redemptionis Sacramentum von 2004. Er argumentierte, dass vorübergehende Schwierigkeiten von Priestern keine dauerhafte Änderung der Regel rechtfertigen, wonach nur Priester oder Diakone die Homilie halten dürfen. Das Dikasterium bekräftigte diese Position und betonte, dass das Wesen der Liturgie erfordere, die Predigt geweihten Amtsträgern vorzubehalten.
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDF) kritisierte die Entscheidung des Vatikans scharf. Die Organisation erklärte, der Beschluss schließe Frauen von zentralen Aufgaben und Diensten in der Kirche aus. Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), kündigte an, das Thema weiterhin mit den Bischöfen voranzutreiben.
Die Ablehnung bedeutet, dass der Vorschlag der deutschen Bischöfe nicht weiterverfolgt wird. Die am Synodalen Weg beteiligten Laiengruppen werden voraussichtlich weiterhin darauf drängen, die Predigtrollen auszuweiten. Die Haltung des Vatikans unterstreicht die bestehende Regelung, dass nur geweihte Kleriker während der Eucharistiefeier die Homilie halten dürfen.
