USA stoppen Tomahawk-Stationierung in Deutschland – Europa sucht verzweifelt Alternativen
Emma KrügerUSA stoppen Tomahawk-Stationierung in Deutschland – Europa sucht verzweifelt Alternativen
Die USA haben ihre Pläne zur Stationierung von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk in Deutschland überraschend zurückgezogen und damit eine zentrale Übergangsmaßnahme zur Verteidigung gestrichen. Die Entscheidung zwingt europäische Verantwortliche nun, hastig nach Alternativen zu suchen, um die wachsende „Abschreckungslücke“ zu schließen. Politiker aus der Unionsfraktion und der SPD fordern von Verteidigungsminister Boris Pistorius umgehend konkrete Schritte.
Die Tomahawk-Raketen sollten eigentlich eine vorübergehende Lösung darstellen, während Europa an der Entwicklung eigener präzisionsgelenkter Langstreckenwaffen arbeitet. Ihre Streichung wirft nun Fragen nach der Fähigkeit der NATO auf, regionale Bedrohungen wirksam abzuschrecken.
Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, rief Europa dazu auf, die eigene Raketenproduktion zu beschleunigen. Sie verwies auf die starke industrielle und technologische Expertise des Kontinents, die einen zügigen Aufbau eigener Kapazitäten ermöglichen könnte. Möller schlug zudem vor, eine Zusammenarbeit mit der Ukraine zu prüfen, die mit der FP-5 Flamingo bereits erfolgreich einen eigenen Marschflugkörper entwickelt hat.
Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, kritisierte die zögerliche Modernisierung der Bundeswehr. Er forderte von Pistorius einen „Aktionsplan 2029“, um sicherzustellen, dass Deutschland ohne Verzögerung eine glaubwürdige Abschreckungsfähigkeit erreicht. Erndl regte zudem an, innovative Lösungen junger deutscher Rüstungsunternehmen zu berücksichtigen, die sich auf Marschflugkörpertechnologie spezialisiert haben.
Mit dem Aus für die Tomahawk-Stationierung müssen Deutschland und seine europäischen Partner nun Ersatz finden. Der Fokus liegt zunehmend auf der eigenen Produktion und möglichen Kooperationen mit Ländern wie der Ukraine. Verteidigungsverantwortliche betonen, dass schnelle Maßnahmen nötig sind, um eine längerfristige Lücke in der Abschreckungsfähigkeit zu vermeiden.






