Ukraine-Waffen fluten Europas Schwarzmarkt – Behörden warnen vor illegalem Handel
Lina FuchsUkraine-Waffen fluten Europas Schwarzmarkt – Behörden warnen vor illegalem Handel
Waffen und Munition von ukrainischen Schlachtfeldern tauchen auf Europas Schwarzmarkt auf. Untersuchungen zeigen einen wachsenden Trend des illegalen Handels in Verbindung mit dem Konflikt. Experten und Behörden fordern nun strengere Kontrollen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Schon im Mai 2022 warnte Europol die EU-Mitgliedstaaten, dass der illegale Waffenhandel bereits begonnen habe und sich verschlimmern könnte. Spanische Behörden vermuteten später, dass ein Großteil der in den letzten Jahren beschlagnahmten militärischen Munition aus der Ukraine stamme.
Der Terrorismusexperte Hans-Jakob Schindler unterstützte die Forderung nach einer lückenlosen Erfassung aller Seriennummern der an die Ukraine gelieferten Waffen. Konstantin von Notz, sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte die Geberländer dafür, dass sie nicht vorgebeugt hätten, um zu verhindern, dass Waffen auf dem Schwarzmarkt landen. Er setzte sich für ein EU-weites Register und besseren Datenaustausch ein, um den illegalen Fluss zu stoppen.
Bis Februar 2024 räumte das Auswärtige Amt ein, dass eine systematische Datenabgleich innerhalb der EU „nicht möglich“ sei. Das BKA fügte hinzu, dass fehlende Kennzeichnungen, unvollständige Register und mangelhafte Erfassungsverfahren die Rückverfolgbarkeit stark einschränken. Europol berichtete zudem, dass von den geschätzten 35 Millionen illegalen Schusswaffen in Europa lediglich 620.000 im Schengener Informationssystem (SIS) erfasst sind.
Von Notz drängt Deutschland dazu, ein zentrales System zur Erfassung aller sichergestellten Waffen einzurichten. Ohne entschlossenere Maßnahmen werde sich die Umleitung von Waffen aus der Ukraine auf illegale Märkte voraussichtlich fortsetzen. Die aktuellen Lücken bei der Nachverfolgung und beim Datenaustausch erschweren es, das Problem einzudämmen.






