Titanic-Rettungsweste einer Überlebenden für 770.000 Euro versteigert
Eine Schwimmweste, die von einer Überlebenden der Ersten Klasse der Titanic getragen wurde, ist bei einer Auktion für 770.000 Euro verkauft worden. Das seltene Stück gehörte einst Laura Mabel Francatelli und wurde von Fosbery & Co gefertigt. Es verfügt über zwölf Leinentaschen, die mit Kork gefüllt sind. Die Weste zählt zu den wenigen erhaltenen Rettungswesten der Katastrophe – die meisten anderen befinden sich in Museumssammlungen.
Das höchste Gebot lag fast dreimal so hoch wie der Startpreis von 287.000 Euro. Erworben wurde das Objekt von einem Titanic-Museum in den USA, das damit seine Sammlung historischer Artefakte der verhängnisvollen Reise erweitert.
Laura Mabel Francatellis Schwimmweste blieb jahrzehntelang im Besitz ihrer Familie. Vor etwa 20 Jahren erwarb ein privater Sammler das Stück, bevor es nun wieder bei der Auktion auftauchte. Die Weste ist mit Schultergurten, Seitengurten und der ursprünglichen Korkfüllung ausgestattet – damals Standard bei Rettungswesten.
Bei derselben Auktion wurde auch ein Kissen aus einem Rettungsboot für 448.000 Euro versteigert. Ein weiteres bemerkenswertes Los war eine goldene Taschenuhr, die einem ertrunkenen Passagier gehörte und 206.000 Euro einbrachte. Ihr Zeiger war um 2:20 Uhr am 15. April 1912 stehengeblieben – dem genauen Zeitpunkt, als die Titanic unterging.
Bereits im November war eine goldene Taschenuhr der Marke Jules Jurgensen, die einst dem deutsch-amerikanischen Unternehmer Isidor Straus gehörte und mit ihm auf dem Schiff unterging, bei demselben Auktionshaus für den Rekordpreis von 2,33 Millionen Dollar verkauft worden. Francatellis Schwimmweste stach zusätzlich dadurch hervor, dass sie von acht Überlebenden aus Rettungsboot Nr. 1 signiert wurde – ein einzigartig persönliches Stück unter den Titanic-Erinnerungsstücken.
Die Rettungsweste wird nun Teil der Sammlung eines US-Museums, wo sie zusammen mit anderen Relikten der Titanic bewahrt wird. Der hohe Verkaufspreis spiegelt ihre Seltenheit und die direkte Verbindung zur Katastrophe wider. Nur wenige solche Stücke befinden sich noch in Privatbesitz; die meisten werden von Institutionen für die öffentliche Ausstellung verwahrt.






