02 April 2026, 14:01

Thüringen kämpft mit Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internetdurchdringung bis 2030", das prozentuale Anteile für vier Länder zeigt, mit Abschnitten in Blau, Grün, Gelb und Rot von 0-100%.

Thüringen kämpft mit Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen bekämpft digitale sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen

Ein dreijähriges Modellprojekt in Thüringen hat sich mit digitaler sexualisierter Gewalt unter jungen Menschen auseinandergesetzt. Finanziert von der Landesbeauftragten für den Kinderschutz erreichte die Initiative rund 5.000 Schüler:innen durch Workshops unter der Leitung der Expertin Yasmina Ramdani. Das Projekt kommt zu einer Zeit, in der Studien alarmierende Zahlen zu Missbrauch im Netz aufzeigen: Bis 2025 könnten fast die Hälfte aller jungen Menschen solche Erfahrungen machen.

Im Mittelpunkt der Workshops stand die Aufklärung von Minderjährigen über ihre Rechte, emotionale Grenzen und Präventionsstrategien. Ramdani betonte, dass die Online-Sicherheit von Kindern maßgeblich von der Unterstützung und Anleitung der erwachsenen Bezugspersonen abhängt. Viele Vorfälle ereignen sich dabei nicht nur durch Fremde, sondern innerhalb des eigenen Umfelds – in Klassenchats oder Freundeskreisen –, wo Naivität und sozialer Druck eine Rolle spielen.

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Ein zentrales Thema war Cybergrooming, bei dem Täter:innen gezielt das Vertrauen junger Menschen im Netz gewinnen, um sie anschließend auszubeuten. Eine Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit aus dem Jahr 2025 ergab, dass 64 Prozent der 14- bis 25-Jährigen bereits nicht-körperliche sexualisierte Gewalt erlebt hatten – oft im digitalen Raum. Fast ein Viertel der Minderjährigen berichtete in jenem Jahr von Cybergrooming-Erfahrungen, wobei die Täter:innen häufig aus dem eigenen Umfeld stammten (71 Prozent männlich).

Lehrkräfte erkennen zwar die Bedeutung des Themas, fühlen sich aber oft überfordert. Das Pilotprojekt, das in dieser Form bundesweit einzigartig ist, sollte diese Lücke schließen, indem es sowohl Schüler:innen als auch Pädagog:innen praktische Handlungsmöglichkeiten an die Hand gab.

Die Ergebnisse zeigen ein flächendeckendes Problem: Digitale Gewalt wird oft durch mangelnde Aufsicht und Sensibilisierung begünstigt. Ramdanis Workshops boten konkrete Schritte, um junge Menschen zu stärken und Unterstützungssysteme aufzubauen. Die Erkenntnisse des Projekts könnten nun bundesweite Präventionsmaßnahmen an Schulen prägen.

Quelle