Spritpreisrabatte sind "sozial ungerecht" – Ökonomin warnt vor Inflationsrisiken
Henry SeidelSpritpreisrabatte sind "sozial ungerecht" – Ökonomin warnt vor Inflationsrisiken
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat die jüngsten Spritpreisrabatte scharf als „großen und sozial ungerechten Fehler“ kritisiert. Gleichzeitig warnte sie, dass steigende Energiekosten zu höheren Löhnen führen und die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen zwingen könnten.
Schnitzer betonte, dass hohe Preise ein notwendiges Signal für Knappheit seien. Statt Subventionen schlug sie Maßnahmen wie ein generelles Tempolimit oder autofreie Sonntage vor, um den Spritverbrauch zu senken. Zudem wies sie darauf hin, dass anhaltende Kerosinengpässe das Fliegen unattraktiver machen und die Menschen gezwungen sein könnten, ihre Urlaubspläne zu überdenken.
Die Ökonomin lehnte staatlich geförderte Flugpreisnachlässe für Sommerreisen entschieden ab. „Wir können Sommerurlaube nicht auf Kosten unserer Kinder finanzieren, indem wir sie mit weiteren Schulden belasten“, erklärte sie. Zudem warnte sie davor, angesichts knapper und teurer werdenden Kerosins erneut über neue Subventionen für die Luftfahrt zu diskutieren.
Über die Reisebranche hinaus verwies Schnitzer auf größere wirtschaftliche Risiken. Eine mögliche Blockade der Straße von Hormus könnte den globalen Handel stören und die Transport- sowie Lebensmittelkosten in die Höhe treiben. Sie rief die Verbraucher auf, ihr Konsumverhalten angesichts der angespannten Energielage anzupassen.
Schnitzers Warnungen kommen zu einer Zeit, in der Deutschland unter dem wirtschaftlichen Druck steigender Energiekosten steht. Ihre Haltung unterstreicht die Notwendigkeit haushaltspolitischer Disziplin, während sie gleichzeitig für nachfrageSenkende Maßnahmen wirbt. Die Debatte über Subventionen und Inflationsrisiken wird voraussichtlich in den kommenden Monaten weitergehen.






