Schweiz plant Rückkehr von Ex-Soldaten – und diskutiert Rentner als Scharfschützen und Tarnnetz-Strickerinnen
Lina FuchsSchweiz plant Rückkehr von Ex-Soldaten – und diskutiert Rentner als Scharfschützen und Tarnnetz-Strickerinnen
Der Schweizer Bundesrat hat einen Plan genehmigt, ehemalige Soldaten auf freiwilliger Basis wieder in den Militärdienst zurückzuholen. Die Entscheidung geht nun an den Bundesrat, der ein detailliertes Umsetzungskonzept erarbeiten muss. Gleichzeitig hat der Vorschlag eine breitere Debatte ausgelöst, wie auch andere Rentner mit besonderen Fähigkeiten die Landesverteidigung unterstützen könnten.
Sowohl der Nationalrat als auch der Ständerat stimmten für den Vorstoß, der es früheren Soldaten ermöglicht, bei Interesse wieder in die Armee einzutreten. Der Bundesrat wird nun klären, wie diese Wiedereingliederung in der Praxis funktionieren soll.
Die Diskussion nahm dabei eine unerwartete Wendung: Es gab Vorschläge, dass nicht nur Ex-Soldaten, sondern auch andere Rentner eine Rolle spielen könnten. Golfer könnten etwa zu Scharfschützen umgeschult werden, während Landfrauen Feldküchen leiten könnten. Andere regten an, Großmütter könnten Tarnnetze stricken oder Alphornbläser ihre Instrumente nutzen, um gegnerische Truppen zu verunsichern.
Noch ungewöhnlichere Ideen umfassten den Einsatz von Wanderern, um im Guerillastil Wegweiser umzulenken, oder die Umrüstung von Drachengleitern zu ferngesteuerten Drohnen. Selbst leidenschaftliche Briefeschreiber und Verschwörungstheoretiker wurden für eine Propagandaeinheit ins Spiel gebracht, die Gegner verwirren soll.
Die Debatte fällt zusammen mit der Tournee des Schweizer Komikers Simon Enzler, der derzeit mit seinem elften Programm Brenzlig unterwegs ist. Bekannt für seinen scharfen politischen Humor und seinen Appenzeller Dialekt, gewann Enzler 2007 den renommierten Salzburger Stier. In seiner neuen Show verbindet er weiterhin Satire mit treffenden Beobachtungen zum Zeitgeschehen.
Die parlamentarische Entscheidung markiert einen Wandel in der Schweizer Militärstrategie, auch wenn es bisher keine offizielle Stellungnahme der Armee gibt. Sollte der Plan umgesetzt werden, könnte er über ehemalige Soldaten hinaus auf Zivilisten mit Spezialkenntnissen ausgeweitet werden. Die nächsten Schritte des Bundesrats werden zeigen, ob und wie diese Vorschläge Gestalt annehmen.






