Schleswig-Holsteins Wohnungsbau: SPD scheitert mit Staatsfonds-Idee gegen Beratungsagentur
Emma KrügerNord-SPD fordert Wohnungsgesellschaft - Schleswig-Holsteins Wohnungsbau: SPD scheitert mit Staatsfonds-Idee gegen Beratungsagentur
Ein Vorstoß der Schleswig-Holsteinischen SPD zur Gründung eines landeseigenen Wohnungsunternehmens ist im Landtag gescheitert. Stattdessen unterstützten die Abgeordneten einen Gegenentwurf von CDU, Grünen und SSW für eine beratende Wohnungsbauagentur. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der der soziale Wohnungsbau im Land dramatisch zurückgeht.
Die SPD hatte sich für ein staatliches Unternehmen eingesetzt, das Grundstücke erschließen und eigenen Wohnungsbestand aufbauen sollte. Der SPD-Abgeordnete Thomas Hölck warnte, dass in den kommenden Jahren rund 18.000 geförderte Wohnungen ihren Status verlieren würden. Er verwies auf einen Rückgang des sozialen Wohnraums um 15 Prozent zwischen 2021 und 2025 – von etwa 45.000 auf 38.000 Wohnungen.
Besonders betroffen ist der Kreis Nordfriesland, wo die Zahlen um 22 Prozent sanken, gefolgt von Pinneberg (19 Prozent) sowie den Städten Kiel und Flensburg (jeweils über 18 Prozent). Doch die CDU-Grünen-Koalition, unterstützt von der FDP, lehnte den SPD-Antrag ab. Ihr Alternativvorschlag setzt auf die Beratung kommunaler Gremien in Wohnungsfragen statt auf direkte staatliche Eingriffe.
Der abgelehnte SPD-Plan hätte einen landeseigenen Entwickler geschaffen, um bezahlbaren Wohnraum auszubauen. Die nun beschlossene Beratungsagentur wird stattdessen die Kommunen begleiten. Angesichts tausender gefährdeter Sozialwohnungen dürfte die Debatte über die Wohnungsbaupolitik in Schleswig-Holstein weitergehen.






