12 March 2026, 10:02

Sachsen-Anhalt setzt mehr Menschen in Abschiebungshaft – doch Haftplätze fehlen

Ein detailliertes Bild eines mehrfenstrigen Gebaudes mit einer Leiter, identifiziert als Schloss Schilbau, ein Gefaengnis in Deutschland, begleitet von beschreibendem Text auf dem Papier.

37 Personen in Sachsen-Anhalt 2025 zur Abschiebung festgenommen - Sachsen-Anhalt setzt mehr Menschen in Abschiebungshaft – doch Haftplätze fehlen

Sachsen-Anhalt verzeichnete im vergangenen Jahr mehr Abschiebungshaftfälle

Im vergangenen Jahr stieg in Sachsen-Anhalt die Zahl der mit Abschiebungen zusammenhängenden Maßnahmen. Die Behörden meldeten 37 Personen, die in Abschiebungshaft genommen wurden, sowie weitere 23, die sich in kurzfristiger Vorabschiebungshaft befanden. Da das Land über keine eigenen Haftplätze verfügt, müssen die Inhaftierten in anderen Bundesländern untergebracht werden.

Hauptgrund für die Inhaftierung war die Fluchtgefahr vor der geplanten Abschiebung. Unter den Betroffenen befanden sich sechs Syrer und vier Iraker. Vergleichszahlen aus den Vorjahren oder eine vollständige Übersicht der Nationalitäten lagen nicht vor.

Insgesamt wurden 2025 aus Sachsen-Anhalt 576 ausländische Staatsangehörige zwangsweise abgeschoben. Weitere 1.027 Personen verließen das Land freiwillig. Da es im Land kein eigenes Abschiebegefängnis gibt, wurden die Inhaftierten in Einrichtungen anderer Bundesländer verlegt.

Ein neues Abschiebungshaftzentrum soll Ende 2027 im Ortsteil Volkstedt eröffnet werden. Die Einrichtung soll die derzeit fehlenden Kapazitäten für die Unterbringung von Abschiebungshäftlingen im Land ausgleichen.

Das geplante Zentrum in Volkstedt wird Sachsen-Anhalt ab 2027 eigene Haftplätze für Abschiebungshäftlinge bieten. Bis dahin bleibt das Land auf andere Regionen angewiesen, um Inhaftierte unterzubringen. Die Zahlen des vergangenen Jahres zeigen eine Mischung aus Zwangsabschiebungen, freiwilligen Ausreisen und Inhaftierungen, die vor allem auf das Risiko von Fluchtversuchen zurückzuführen sind.

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