Reformstreit um Regionalliga: Nordostdeutschlands Fußball vor dem Umbruch
Moritz HartmannReformstreit um Regionalliga: Nordostdeutschlands Fußball vor dem Umbruch
Ein vorgeschlagener Reformplan für die Regionalliga hat in Nordostdeutschland scharfe Reaktionen von Vereinen und Funktionären ausgelöst. Im Mittelpunkt der Debatte stehen zwei gegensätzliche Modelle: ein regionaler Ansatz und ein entfernungsbasiertes System. Kritiker warnen, dass das regionale Modell den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) zerschlagen und unzumutbare Reisebelastungen für die Clubs schaffen könnte.
Eine Arbeitsgruppe, die mit der Regionalliga-Reform beauftragt wurde, brachte das regionale Modell ins Spiel. Dieses sieht vor, die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen zusammenzulegen, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert bleiben sollen. Nach diesem Plan würde der NOFV als eigenständige Einheit nicht mehr existieren.
Der Vorschlag stieß auf sofortigen Widerstand. Hermann Winkler, Präsident des NOFV, bezeichnete das regionale Modell als "völlig realitätsfremd". Er argumentierte, dass das entfernungsbasierte System – bei dem die Ligen nach Reisewegen organisiert werden – für die Vereine deutlich fairer wäre. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, ging noch weiter und lehnte die regionale Idee als "schlechten Witz" ab.
Unterstützung für das Kompass-Modell kam von Toni Wachsmuth, Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig. Er betonte die Notwendigkeit, die Nordost-Regalliga zu erhalten und übermäßige Reisetätigkeit zu reduzieren. Auch Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", kritisierte das regionale Modell als politischen Schachzug, der den deutschen Fußball spalten würde.
Trotz der Kontroversen war sich die Arbeitsgruppe in einem Punkt einig: eine Vier-Ligen-Struktur mit direktem Aufstieg in die 3. Liga für alle Staffelsieger.
Während das regionale Modell die Regionalliga grundlegend umgestalten würde, birgt es das Risiko, den NOFV aufzulösen und die Reisebelastung zu erhöhen. Vereine und Funktionäre aus dem Nordosten setzen sich stattdessen für das Kompass-Modell ein, das sie als ausgewogeneren Lösungsansatz betrachten. Die endgültige Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie der Unterbau des deutschen Fußballs in den kommenden Jahren strukturiert sein wird.






