Rechtsextreme Dating-Plattform WhiteDate nach Hackerangriff offline – warum Behörden zu spät handelten
Lina FuchsRechtsextreme Dating-Plattform WhiteDate nach Hackerangriff offline – warum Behörden zu spät handelten
Die rechtsextreme Dating-Plattform WhiteDate, oft als "Tinder für Nazis" bezeichnet, wurde nach einem Hackerangriff offline genommen. Die Seite, die weltweit fast 8.000 Nutzer zählte, wurde Ende Dezember 2025 während des 39. Chaos Communication Congress in Hamburg abgeschaltet. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 richtete sie sich an Menschen mit rassistischen und rechtsextremen Ansichten, die nach Partnern mit ähnlichen Überzeugungen suchten.
Hinter der Plattform stand eine deutsche Frau, die unter dem Pseudonym Liv Heide auftrat. Ihr Ziel war es, Nutzer mit extremistischen Ideologien zu vernetzen – darunter auch Anhänger strenger Geschlechterrollen und frauenfeindlicher Werte. Viele männliche Mitglieder suchten explizit nach Frauen, die "den Mann als Oberhaupt der Familie" akzeptierten, und propagierten damit offen traditionalistische Hierarchien.
Die meisten Nutzer von WhiteDate kamen aus den USA und Deutschland, doch auch in Österreich war die Plattform verbreitet. Dort hatte sich rechtsextreme Gewalt im Vorjahr deutlich verstärkt, und im Oktober 2025 waren durch ein großes Datenleck persönliche Informationen mehrerer österreichischer Nutzer öffentlich geworden.
Trotz der brisanten Thematik griffen deutsche Behörden erst spät ein. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte zwei Jahre lang die falsche Person verfolgt und so eine frühere Schließung verzögert. Erst als ein Hacker die Plattform während einer prominenten Tech-Konferenz angriff, kam es zum endgültigen Aus.
WhiteDate ist nicht mehr erreichbar – damit endet eine Seite, die rechtsextreme Netzwerke förderte. Der Datenklau und die anschließende Abschaltung haben den Betrieb lahmgelegt, doch die weiteren Konsequenzen für die Nutzer bleiben unklar. Nun stehen die Behörden in Deutschland und Österreich in der Kritik, wie sie mit Online-Extremismus umgehen.
Hacker Enthüllt WeißDaten-Netzwerk der Extremisten
Neue Details sind über den Hacker bekannt geworden, der WeißDaten lahmgelegt hat. Der Angriff umfasste:
- Martha Root (echter Name Eva Hoffmann) im Power Rangers-Kostüm während der Serverlöschung
- Monate der Infiltration unter Verwendung von AI-Chatbots, um als 'weiße' Benutzer zu gelten und Daten zu sammeln
- Entdeckung eines Netzwerks, das WeißKind (familiäre Ideale) und WeißDeal (rassistische Arbeitsvermittlung) umfasste, alles im Dienste der Theorie vom 'weißen Genozid'.