18 April 2026, 08:02

Privatversicherte zahlen 2026 drastisch mehr – doch eine Reform bleibt aus

Flussdiagramm, das die Stadien medizinischer Kosten in Bezug auf Vorerkrankung, Gesundheit und Gesundheitsergebnisse mit verbundenen, beschrifteten Kästchen und Unterabschnitten darstellt.

Privatversicherte zahlen 2026 drastisch mehr – doch eine Reform bleibt aus

Krankenversicherungskosten in Deutschland steigen für Privatversicherte stark an

Zum Jahresbeginn müssen viele Privatversicherte in Deutschland mit deutlich höheren Beiträgen rechnen – eine zusätzliche finanzielle Belastung. Nun fordern Gewerkschaftsvertreter und Sozialverbände eine grundlegende Reform: ein einheitliches, einkommensabhängiges System für alle.

Aktuell ist etwa jeder zehnte Deutsche privat krankenversichert, während der Rest in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist. Die Beiträge der Privatversicherungen richten sich nicht nach dem Einkommen, sondern sind feste Monatsbeträge – unabhängig vom Verdienst. Das trifft besonders Rentner hart, für die die Kosten teilweise existenzbedrohend sind.

Ab Anfang 2026 werden voraussichtlich rund 60 Prozent der Privatversicherten mit deutlichen Beitragserhöhungen konfrontiert. Gleichzeitig haben Privatversicherte oft schnelleren Zugang zu Ärzten als gesetzlich Versicherte.

Forderung nach einer "Bürgerversicherung" für alle Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall, schlägt ein "Bürgerversicherungssystem" vor, das von allen finanziert wird. Sein Modell sieht vor, dass alle – Beamte, Politiker, Selbstständige und Gutverdiener – einkommensabhängige Beiträge zahlen. Damit würde die Trennung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung aufgehoben.

Auch Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, unterstützt einen solchen Ansatz. Sie plädiert für ein universelles, solidarisch finanziertes gesetzliches System. Die SPD hatte vor der Wahl eine "solidarische Bürgerversicherung" gefordert, doch der Vorschlag fand keinen Eingang in den Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung.

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Reformdebatte bleibt offen – doch der Druck wächst Angesichts weiter steigender Kosten in der Privatversicherung würde ein einheitliches System die Beiträge an die Einkommensverhältnisse koppeln und so Rentner sowie Geringverdiener entlasten. Bisher gibt es jedoch keine konkreten Pläne für eine schnelle Umsetzung – die Diskussion bleibt vorerst theoretisch.

Quelle