02 April 2026, 00:40

Pistorius wirft Trump-Regierung gezielte NATO-Schwächung vor

Eine Karte, die die 73-jährige Erweiterung der Nordatlantikvertragsorganisation (NATO) von 1949 bis heute zeigt, unterteilt in Regionen, die verschiedene Jahre der Erweiterung darstellen.

Pistorius wirft USA Schaden an NATO vor - Pistorius wirft Trump-Regierung gezielte NATO-Schwächung vor

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kritisiert US-Regierung unter Ex-Präsident Trump für NATO-schwächende Maßnahmen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat der US-Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump vorgeworfen, durch ihr Handeln die NATO zu untergraben. Seine Äußerungen erfolgten, nachdem die USA die Souveränität Dänemarks über Grönland infrage gestellt und tiefgreifende Veränderungen in der Kommandostruktur des Bündnisses vorangetrieben hatten.

Pistorius betonte, die Stärke der NATO liege in ihrer Einheit. Einseitige Schritte Washingtons bergen seiner Ansicht nach die Gefahr, die Organisation in einer Phase zu schwächen, in der Zusammenarbeit entscheidend ist.

Im Januar 2026 hatte die Trump-Administration an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre ein Schreiben gerichtet, in dem fälschlicherweise behauptet wurde, es gebe keine schriftlichen Belege für die dänische Hoheit über Grönland – trotz langjähriger Verträge, darunter der Friede von Kiel 1814, und eines Urteils des Internationalen Gerichtshofs von 1933. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 21. Januar forderte Trump daraufhin unverzügliche Verhandlungen über die vollständige Kontrolle der USA über die Insel und rechtfertigte dies mit dem Bedarf an militärischem Schutz durch die Vereinigten Staaten.

Zudem trieb Washington eine Umstrukturierung der NATO-Kommandostruktur voran: Hochrangige Posten in Norfolk und Neapel wurden an europäische Offiziere übergeben, während die USA operativ untergeordnete Rollen übernahmen. Ziel dieser Verschiebung war es, eine "europäisch geführte NATO" zu schaffen und die Verantwortung Europas innerhalb des Bündnisses zu stärken.

Pistorius bewertete diese Schritte als problematisch. Er verwies auf das Vorgehen der USA im Ukraine-Krieg sowie die Ansprüche auf Grönland als Beispiele für ein Verhalten, das das Vertrauen belastet. Der Minister unterstrich, dass die mehr als 30 NATO-Mitglieder die USA stärker und nicht schwächer machten – und dass die kollektive Sicherheit auf gegenseitigem Respekt beruhe.

Gleichzeitig warnte er, dass kein Land – nicht einmal die USA – in einer Welt aufstrebender Mächte allein handeln könne. Damit die NATO wirksam bleibe, müssten Entscheidungen Europa ebenso zugutekommen wie Amerika, so Pistorius.

Der Streit um Grönland und die Neuordnung der NATO-Kommandostrukturen haben Bedenken über die Zukunft des Bündnisses geschürt. Pistorius' Aussagen spiegeln eine breitere europäische Besorgnis wider, dass US-amerikanische Maßnahmen die transatlantische Sicherheit destabilisieren könnten. Wie Washington darauf reagiert, wird mitentscheiden, ob die NATO in den kommenden Jahren ihren Zusammenhalt wahren kann.

AKTUALISIERUNG

Trump questions US NATO commitment amid Iran conflict

Former US President Donald Trump has cast doubt on America's future support for NATO, stating the US 'doesn't have to be there' if European allies fail to back US military actions. 'We need support for our operations,' he said on March 27, 2026, in Miami, citing the ongoing war against Iran launched without NATO consultation. This follows recent command structure shifts and Greenland disputes, intensifying transatlantic tensions over alliance priorities.