Pharma-Dienstleistungsfonds wächst trotz geplanter Abschaffung auf 548 Millionen Euro
Lina FuchsPharma-Dienstleistungsfonds wächst trotz geplanter Abschaffung auf 548 Millionen Euro
Pharma-Dienstleistungsfonds (pDL) verzeichnet starkes Wachstum – trotz geplanter Abschaffung
Der Pharma-Dienstleistungsfonds (pDL) hat im dritten Quartal ein kräftiges Wachstum verzeichnet – und das, obwohl das Bundesgesundheitsministerium (BMG) seine Auflösung plant. Der Fonds nahm fast 35 Millionen Euro ein und verfügte nach Abzug der Kosten über ein Vermögen von über 548 Millionen Euro. Gleichzeitig will das BMG die bestehenden Beiträge vom pDL abziehen und stattdessen die Notfallversorgung in Apotheken stärken.
Die Finanzen des pDL bleiben solide: Die Einnahmen übersteigen die Ausgaben weiterhin deutlich. Allein im dritten Quartal wurden 11,3 Millionen Euro ausgezahlt – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorquartal und sogar 55 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Verwaltungskosten steigen seit 2021 kontinuierlich, im Schnitt um 10 Prozent pro Jahr, getrieben durch höheren Personalbedarf, Inflationsanpassungen und Investitionen in Digitalprojekte.
Auch die vom pDL finanzierten Patientendienstleistungen verzeichneten eine regen Nachfrage: Bei der erweiterten Polymedikationsberatung für Patienten mit fünf oder mehr Medikamenten wurden 78.949 Personen erreicht – ein Plus von 69 Prozent im Jahresvergleich und 21 Prozent mehr als im zweiten Quartal. Die Schulung zur korrekten Inhalation erhielten 91.274 Menschen, was einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, allerdings 16 Prozent weniger als im Vorquartal. Blutdruck-Risikochecks wurden 44.527-mal durchgeführt ( 43 Prozent zum Vorjahr, 13 Prozent zum Vorquartal).
Insgesamt reichten 8.777 Apotheken im dritten Quartal Abrechnungen beim Fonds ein. Trotz der steigenden Nachfrage nach Leistungen wächst das verfügbare Vermögen des pDL weiter – und das, während das BMG im Rahmen der geplanten Apothekenreformen seine Abschaffung vorbereitet.
Die Zahlen des dritten Quartals zeigen: Die Ausgaben des pDL steigen, doch der Fonds verfügt weiterhin über ein beträchtliches Finanzpolster. Mit 548 Millionen Euro auf der Habenseite würde seine Auflösung bedeuten, dass die bisherigen 20-Cent-Beiträge pro Packung künftig in die Notfallversorgung der Apotheken fließen. Die Umwidmung ist Teil der umfassenderen BMG-Reformen zur Neuordnung der Apothekenfinanzierung.