Otto wächst mit KI und neuen Märkten – doch Hamburg zahlt den Preis
Otto, einer der größten Onlinehändler Deutschlands, baut sein Sortiment aus und dringt in neue Märkte vor. Gleichzeitig plant das Unternehmen, in Hamburg Stellen abzubauen, um die Kosten bis 2026 um 110 Millionen Euro zu senken. Zugleich setzt die Führung auf künstliche Intelligenz als zentralen Treiber für die Zukunft des Handels.
Im vergangenen Jahr erzielte Otto einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro – ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Kundenzahl stieg um vier Prozent auf 12,6 Millionen Einkäufer. Der Händler bietet mittlerweile 19 Millionen Produkte von 40.000 Marken an und arbeitet mit 6.100 Partnern zusammen.
Bis 2028 strebt Otto einen Umsatz von 10 Milliarden Euro an. Um dieses Ziel zu erreichen, will das Unternehmen sein Angebot um neue Kategorien erweitern, darunter langlebige Lebensmittel, Tierbedarf, Kosmetik, Erlebnisgutscheine und Bücher. Zudem sollen internationale Händler aus den Niederlanden, Polen, Österreich, Frankreich, Spanien und Dänemark auf die Plattform geholt werden.
Trotz Wachstum wird Otto bis zum Geschäftsjahr 2027/28 in Hamburg 460 Vollzeitstellen streichen. Eine freiwillige Vereinbarung mit dem Betriebsrat soll betroffene Mitarbeiter während des Übergangs unterstützen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen bundesweit 4.900 Menschen, während die Konzernmutter Otto Group insgesamt 36.000 Beschäftigte zählt.
Vorstandsvorsitzender Boris Ewenstein ist überzeugt, dass der Handel in ein von KI geprägtes Zeitalter eintritt. Aktuelle Partnerschaften, wie die im März 2026 angekündigte Initiative von GigaCloud, zielen darauf ab, globale Händler – insbesondere aus dem Möbelbereich – mit Ottos europäischem Marktplatz zu vernetzen.
Ottos Strategie verbindet Expansion mit Kostensenkung: Der Händler erweitert sein Sortiment und baut internationale Partnerschaften aus, während gleichzeitig in Hamburg Stellen abgebaut werden. Mit der wachsenden Rolle von KI peilt das Unternehmen in den nächsten vier Jahren einen Umsatz von 10 Milliarden Euro an.






