Neue NDR- und BR-Doku Klar spaltet vor Start das Publikum durch umstrittene Moderatorenwahl
Moritz HartmannNeue NDR- und BR-Doku Klar spaltet vor Start das Publikum durch umstrittene Moderatorenwahl
Öffentlich-rechtliche Sender NDR und BR starten im April 2026 neue Dokumentationsreihe Klar
Im April 2026 bringen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten NDR und BR eine neue Dokumentationsreihe mit dem Titel Klar auf den Bildschirm. Das Format will sich großen gesellschaftlichen Kontroversen widmen – von Polizeigewalt bis zu politischen Gräben. Doch noch vor der Ausstrahlung der ersten Folge am 15. April sorgt bereits die Wahl der Moderatorinnen für hitzige Diskussionen.
Den Auftakt macht eine Episode unter dem Titel Zielscheibe Polizei – Missbrauch, Hass und Gewalt. Für 2026 sind insgesamt sechs Folgen geplant: Drei davon werden von Julia Ruhs für den BR präsentiert, die übrigen drei übernimmt Tanit Koch für den NDR. Ruhs, die bereits 2025 Pilotfolgen zu den Themen Migration, Bauernproteste und COVID-19 moderiert hatte, kehrt am 29. April mit einer neuen Ausgabe zurück.
Die Berufung von Koch, ehemalige Chefredakteurin der Bild-Zeitung, stößt auf geteilte Reaktionen. Ihre Führung des Boulevardblatts von 2023 bis Anfang 2025 stand wegen reißerischer Berichterstattung und sinkender Auflagen stark in der Kritik. Seit dem Start von Klar im März 2026 loben einige Zuschauer zwar ihre Erfahrung, andere lehnen die Reihe hingegen kategorisch ab – zu groß sei das Misstrauen gegenüber ihrer Person. Diese Spaltung schlägt sich in schwankenden Einschaltquoten und erbitterten Debatten in den sozialen Medien nieder.
Kritiker werfen der Reihe vor, mit der Auswahl der Themen teilweise rechtspopulistischen Narrativen Vorschub zu leisten – besonders nach den Pilotfolgen von 2025. Die Entscheidung des NDR, Ruhs für die 2026er-Folgen durch Koch zu ersetzen, befeuerte zudem Vorwürfe einer angeblichen "Cancel Culture" seitens einiger Kommentatoren. Trotz der Gegenwehr betonen beide Sender, Klar werde gesellschaftliche Missstände neutral und ohne parteiliche Färbung dokumentieren.
Die erste Folge mit Koch als Moderatorin wird am 15. April ausgestrahlt, Ruhs' nächste Ausgabe folgt zwei Wochen später. NDR und BR verteidigen die Reihe als Plattform für kontroverse, aber notwendige Debatten – doch wie das Publikum auf den provokanten Ansatz reagieren wird, bleibt abzuwarten. Die Zukunft des Formats dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die Zuschauerinnen und Zuschauer den umstrittenen Kurs in den kommenden Monaten mittragen.






