Neue E-Tarife in Rhein-Ruhr und Rheinland: Pro Bahn sieht Licht und Schatten
Lina FuchsNeue E-Tarife in Rhein-Ruhr und Rheinland: Pro Bahn sieht Licht und Schatten
Pro Bahn bewertet neue elektronische Tarife in Rhein-Ruhr und Rheinland – Licht und Schatten
Die Fahrgastorganisation Pro Bahn hat die neu eingeführten elektronischen Tarife in den Verkehrsverbünden Rhein-Ruhr (VRR) und Rheinland unter die Lupe genommen. Die Bewertung zeigt sowohl positive Entwicklungen als auch erhebliche Mängel im überarbeiteten System auf.
Als gelungene Vereinfachungen werden unter anderem die Preise für Tageskarten im VRR sowie die monatliche Preisobergrenze in beiden Netzen hervorgehoben. Auch die Einzelkinder-Tarife im VRR gelten als fair kalkuliert.
Doch es gibt weiterhin gravierende Defizite: Weder im VRR noch im Rheinland gibt es spezielle Tageskarten für allein reisende Kinder. Zudem bieten digitale Tickets im Alltag oft nicht die günstigste Option, wie die Analyse ergab.
Der Tarifexperte Jörg Bruchertseifer warnt, dass Inkonsistenzen bei den Digitaltarifen das Vertrauen der Fahrgäste untergraben könnten. So fehlt im eezy-Tarifsystem in mehreren Stufen eine tägliche Preisdeckelung – digitale Tickets können dadurch teurer werden als klassische 24-Stunden-Karten. Zudem führt die Tarifsegmentierung dazu, dass bestimmte Strecken unverhältnismäßig günstig oder teuer werden, was die Nutzung unnötig kompliziert macht.
Pro Bahn fordert, dass digitale Tarife automatisch den jeweils günstigsten Tagespreis garantieren sollten.
Fazit: Die neuen E-Tarife bringen Fortschritte wie bessere Tageskartenpreise und monatliche Obergrenzen. Doch Lücken wie fehlende Kinder-Tageskarten und intransparente Preisgestaltung könnten Fahrgäste abschrecken. Die Prüfung unterstreicht den Bedarf an klareren, zuverlässigeren Digitaltarifen.
